Schwechater Radmarathon 25.05.2006

von Wolfgang Datler

Nach einigen gefahrenen Radmarathons im hügeligen Wienerwald verschlug es mich diesmal zur flachen Strecke des Schwechater Radmarathon. Dieses Rennen mit Tradition ist mit etwa 700 Starten eines der beliebtesten in Österreich.

So gings in der Früh nach Schwechat, wo am Gelände der örtlichen Brauerei zuhauf Parkplätze als auch Start und Ziel eingerichtet waren. Die Startnummer und Chip hatte ich schon Montags in Wien abgeholt, so konnte ich mich in Ruhe auf den Start vorbereiten. Bei den bisherigen Radmarathons hatte ich einen Kilometerschnitt von 28 km/h, wegen der flachen Strecke setzte ich mir einen 30er Schnitt also 4 Stunden für die 120km als Ziel.

Nach dem Startschuss bewegten sich die 700 Radler zuerst langsam durch das Brauereigelände und dann auf den Strassen Richtung Leithagebirge. Die ersten 20 km waren teilweise anstrengend da man immer wieder überholte und auch selbst überholt wurde es galt nicht schon zu Beginn in einem langsman Radlerfeld zu landen. Danach befand ich mich, so kam mir vor, plötzlich in einer Gruppe von geschätzt 150 Radlern.

Das war eine ganz neue Erfahrung. Bei meinen bisherigen Marathon zog sich das Feld aufgrund der Steigungen schnell auseinander. Und hier fuhren wir in Fünferreihe Rad an Rad die nächsten 40 km. Diese für mich ungewohnte Dichte machte mir Angst - nicht auszudenken wenn hier jemand zu Sturz kommt. Die positive Seite war der schnelle km-Schnitt. 36 km/h ohne Anstrengung.

Endlich das Leithagebirge mit einer leichten Steigung, 5 km entlang des Neusiedlersees und wieder zurück über das Leithagebirge diesmal eine ziemlich lange aber eher flache Steigung. Nun war das Feld entgültig zerrissen. Ich fuhr alleine bergab, traf auf einen weiteren Radler mit dem ich mich die nächsten 15 km abwechselnd gegen den jetzt herschenden Gegenwind stemmte. Aus den Erfahrungen meiner bisherigen Rennen wusste ich, dass es nicht Sinn macht sich alleine oder zu zweit voll auszupowern - das nächste Feld holt einen sowieso ein. So liess ich mir stets 10 Pulsschläge Reserve um dann auch noch die Kraft zu haben, mich dem nächsten Pulk anschliessen zu können. Bei km 85 war es soweit - fuhren wir in der zweier Gruppe nur mit einem km Schnitt von 31 km/h dahin - ging es nun im Feld wieder mit 34 km/h bis ins Ziel in Schwechat.
Dort freute ich mich über meine Zeit von 3:35 h (Schnitt 33,5km/h).

Alles in allem eine toll organisierte Veranstaltung, die ich aber aufgrund der flachen Strecke und daher entsprechend großen Gruppen für Radmarathon Neulinge nicht empfehlen würde.