Training auf dem Schiff

von Erhard Baurek

11 Tage auf dem italienischen Luxuskreuzer MS Melody. Am 5. Mai Einschiffung in Genua und dann ging´s nach Neapel, Catania, Istanbul, Jalta im Schwarzen Meer und zurück über Piräus, Kephalonia und Livorno.

Die 7 Landgänge waren für Besichtigungen vorgesehen und wären für einen Trainingslauf zu kurz gewesen. Also blieb nichts anderes übrig, als um 7 Uhr früh den Jogging Track zwischen den letzen Aufbauten des Dampfers und den Rettungsbooten zu nutzen. Die „Runde“ hatte 4 Ecken und maß nach meiner Schätzung 200 m.

An 3 Tagen brachte ich es fertig um halb 7 aufzustehen und 15 Runden im Uhrzeigersinn und 15 Runden gegengleich zurückzulegen. Immer eine Länge von etwas mehr als 80 m mit dem Wind und auf der anderen Bordseite die Gegengerade im frischen Gegenwind. Die Seeluft war natürlich herrlich erfrischend, die aufgehende Sonne und rundherum das blaue Meer wunderbare Eindrücke. Außer meiner Läuferfigur waren noch ein Alter und eine junge Frau laufend unterwegs. Später gab es dann mehr Bewegung auf diesem Deck, aber Spaziergänger. Laufen wäre dann nicht mehr möglich gewesen. Freilich gab es noch die Möglichkeit im Fitnessraum auf dem Laufband zu traben, das ist aber nicht mein Ding. Und die Pools, 8 m lang, eignen sich auch eher zur Erfrischung als zum Schwimmen.

Obwohl meine Frau und ich jeden der 4 Lifts standhaft verschmähten – waren eh immer besetzt - und die 104 Stufen von unserer Kabine zum Pooldeck mehrmals täglich zu Fuß bewältigten, nahm ich gut anderthalb Kilo zu, meine Frau nur halb so viel. Nicht die Tiefen des Meeres, sondern das verlockend schmackhafte, reichhaltige und oftmalige Angebot an Speisen und Leckereien sind das Gefährliche bei einer solchen Schiffsreise.

Kurzum: Trainieren kann man auf See nicht wirklich. Aber man kann etwas tun, um die Form nicht gänzlich zu verlieren. Ich glaube, das ist mir wenigstens gelungen.

Ahoi!