Wörthersee Halbmarathon 2005

von Michael Thaler

Ein paar Tage nach einer Woche in Griechenland (und einer akuten Ohrenentzündung) begaben wir uns auf ein verlängertes Wochenende nach Klagenfurt zum Wörthersee-Halbmarathon. Leider konnten wir nur am Freitag und Samstag Vormittag ein wenig baden, da das Wetter am Samstag Nachmittag auf Regen umschlug. Den Family-Lauf, den Beate, Kilian und ich über 1,2km bestritten, wollten Beate und ich nur als ruhigen lockeren kurzen Lauf „genießen“. Kilian machte uns mit seinem Tempo einen Strich durch die Rechnung und so liefen wir einen (netto) 4:52er Schnitt., da wir ja gemeinsam das Ziel erreichen mussten. Unfair fanden wir, dass eine Family, die zur örtlichen läuferischen Elite gehört mit dem Kind im Kinderwagen siegte. Aber was soll´s! Wir wurden 8. von 30 families! Bei diesem Lauf bekamen wir bereits einen Vorgeschmack auf den Halbmarathon, da es auch dabei regnete.

Bei der Pasta Party aßen wir die (gar nicht guten) Nudeln und trafen ein paar Freunde vom VCM-Forum. Am Sonntag beim Halbmarathon bekamen wir bereits bei der Anreise einen Vorgeschmack auf die organisatorischen Leistungen der Kärnten läuft - Veranstalter. Der in den Startunterlagen angeführte „erste“ Zug von Klagenfurt nach Velden fuhr nicht, da die ÖBB Anderes mit dem Veranstalter vereinbarte, der dies aber an die Läufer leider nicht kommunizierte. So standen wir 30min. am Bahnhof Klagenfurt Lend im Regen. In Velden regnete es am Start ebenso.

Die ersten Kilometer lief ich im 4:55er Schnitt. Schon bald waren die Schuhe klatschnass und damit sehr schwer, was die langen Schritte mühsamer machte. Die Splits begannen sich bei 5:00-5:05 einzupendeln. So genau konnte man dass nicht sagen, da kaum eine Kilometertafel richtig stand. Einen Kilometer lief ich (lt. den Tafeln) in 4:30/km, den anderen in 5:30/km, was nicht wirklich der Fall war. Apropos Fall: Bei KM 9 lief mir ein Mitstreiter etwas knapp auf und stellte mir quasi ein „Hackserl“. Nur mit Mühe konnte ich einen Sturz vermeiden. Ein paar Kilometer später ging mir noch das Schuhband auf, was mir bisher noch nie passiert ist. Ab KM 15 ging es in Krumpendorf auf eine Gegengerade, wo es recht frustrierend war den entgegenkommenden Läufern ins Gesicht zu schauen. Als ich dann schon beim Zurücklaufen war, traf ich auf der anderen Seite Stefan und dann noch Anita (Beates Freundin). Die letzten Kilometer fielen mir recht schwer. Ich hoffe es lag an den klitschnassen Schuhen und Socken. Es war nicht irgendein leichter Regen sondern ein ordentlicher Regenguss, der uns über den gesamten Bewerb begleitete. Dadurch waren auch sehr wenige Zuschauer anfeuernd an der Strecke. Extrem toll war es nach 20km im Regen laufend zu einer Stelle zu gelangen, an welcher der Veranstalter eine Dusche über die breite der Strecke aufstellte. Die Läufer schüttelten nur die Köpfe. Kurz vor dem Ziel war noch ein Duschzelt oder wie man das nennt, über die Streckenbreite aufgestellt, dem man sich nicht entziehen konnte. Absolut gestört! Das Ziel erreichte ich in 1:45:43 (5:01/km) als 1332 von 2954. Beate kam 19min. später mit 2:04:51 ins Ziel. Wir beide waren mit unseren Leistungen zufrieden. Mit was wir nicht zufrieden waren kam danach: Der Verpflegungsbereich stand in der Wiese so gut wie vollkommen unter Wasser. Leider dachte niemand von der Organisation an das Aufstellen von Paletten oder sonstigen Gehölze um nicht im Morast zu versinken. Als ich dann vom Bekleidungs-LKW mein Sackerl holen wollte, traute ich meinen Augen nicht: Es spielten sich wirklich unfassbare Szenen ab: Da das Ordnerpersonal vollkommen überfordert war, kletterten die Läufer auf die LKW´s um ihre Sackerln zu ergattern. Da die Sackerln jedoch nur einen Zettel mit der Startnummer aufgeklebt hatten, löste sich dieser, da scheinbar der Inhalt der LKW-Ladungen bei der Fahrt nass wurde. Die Läufer, die die LKW´s bestiegen hatten, warfen den schreienden Finishern die noch lesbaren Sackerln zu. Der Rest der „nicht idenitifizierbaren“ Sackerln wurde dann zum Teil an einem Zaun aufgehängt und zum Teil in einem Zelt „dargeboten“. Da die Nummern ja auf den Sackerln nicht mehr identifizierbar waren, öffneten nun die Leute die Sackerln und versuchten an Hand des Inhaltes ihr Bekleidungssackerl zu eruieren. Nach 90min. in vollkommen durchnässten Sachen fanden Beate und ich unsere Sackerln. Es herrschte überall blankes Chaos, da eine wirklich gute Band zwar tolle Lieder von sich gab, dies aber so gut wie niemanden interessierte, da einerseits entweder Sackerln oder Freunde und Bekannte gesucht wurden. Durchsagen gab es jedoch keine… Martin und Michi vom VCM-Forum fanden ihre Sackerln scheinbar nie!

Fazit dieses Laufes: Ich war jetzt zum 3.mal dabei und ich muss sagen, dass man wieder einmal sieht, dass der Veranstalter nach ein paar erfolgreichen Jahren „übermütig“ wird und sich nicht um das Wohl „seiner“ Läufer schert. Alle, mit denen ich über die organisatorischen Gegebenheiten gesprochen habe, sehen das ähnlich. Beate und mich sieht diese Veranstaltung sicherlich nicht mehr!!!