Internationaler Kiddy
Staffel Marathon in Mank am 25.Juni 2005

von Reinhard Grimmlinger

Dieses Jahr war es wieder so weit. Gemeinsam mit Markus Hamela hatte ich beschlossen, wieder in Mank zu starten - vorbereitet für dieses Event war ich ja. Das Intervalltraining mit Werner, welches wir zwischen 1:20-1:30/400m absolvierten, sollte sich doch auszahlen.

Auch das vorletzte Rennen über 3km (mit Steigung) konnte ich in 10:31 bewältigen und mein letzter Triathlon beinhaltete eine starke Laufzeit. So sollte einem guten Rennen nichts im Wege stehen, und ich erhoffte mir einen Stockerlplatz unter der magischen 3h Marke.

Das Team sollte aus Markus Hamela, Mats Schröder (einem Fußballspieler, der stets beim Training seinen Kameraden davon läuft und auch ins Sacre Coeur geht), Klemens Opitz und meiner Wenigkeit bestehen. Doch Klemens hatte am Vortag zu lange gefeiert - da waren`s nur noch drei. Markus musste in der Vornacht natürlich auch feiern, genau wie Mats, während ich seit dem Neufeld-Triathlon unter einer Verkühlung leide. Also keine optimalen Vorrausetzungen.

Wir kamen erst knapp vor dem Start, da dieser vorverlegt worden war. 23 Staffeln (zu je 5 Läufern) waren am Start. Zum Aufwärmen war keine Zeit. 40 Runden über jeweils mehr als einen Kilometer galt es zu überwinden. Die Runde beinhaltete eine nicht zu unterschätzende Steigung. Danach kam man trotz leichtem Gegenwind halbwegs ins Rollen bis zur nächsten Kurve, nach der ich stets das Gefühl hatte auf Grund des Gegenwindes nicht vom Fleck zu kommen. Natürlich war dem nicht so, nur musste man an dieser Stelle deutlich mehr Kraft investieren, um annähernd die Geschwindigkeit zu halten. Danach ging`s wieder bergab und anschließend durfte man ca. 300 m bis zur Wechselzone laufen.

Unaufgewärmt stand ich dann am Start. Das Anfangstempo war mörderisch, aber das spürte ich in den ersten paar 100 m nicht. Natürlich musste ich die übermütigen Knirpse verfolgen. Nach der ersten Steigung wurde das Tempo reduziert, und es gab nur mehr einen, der noch - außer mir - die Geschwindigkeit halbwegs halten konnte. Ich wechselte mit ihm die Führung und entschied mich dann doch in seinem Windschatten zu laufen, da mir an einem Endspurt um den Sieg der ersten Runde nichts lag. Trotzdem waren wir viel zu schnell, da wir mit diesem Tempo eine Endzeit von 2:30 anpeilten. Markus konnte dann einen Vorsprung herausholen, der von Mats ausgebaut wurde Wir wechselten uns jede Runde ab. Mein Tempo lag stets unter 4 Minuten, und meine Gefährten waren sicher auch nicht viel langsamer. In den ersten drei Runden hatte Mats Probleme, da er die Runde stets zu schnell weggelaufen war und nach einem nicht erforderlichen Spurt war er geschafft. Das Angebot eine Runde zu pausieren wies er dennoch ab. Nach ungefähr 1 Stunde wussten wir die Zwischenergebnisse. Wir lagen nur 2 Minuten vor der nächsten Staffel, einem Vorsprung welcher in der eher frühen Phase des Rennes noch lang keine Vorentscheidung war. Wir waren im Gegensatz zu den anderen zu dritt. Unsere Mitstreiter waren zu fünft. Daher konnten sie sich mindestens 16 Minuten regenerieren und mussten nur 8 Runden/Personen bewältigen, während wir zu dritt mindestens 13 Runden absolvierten und nur knappe 8 Minuten Regeneration hatten. Das heißt: den Kreislauf von 0 auf 100, kurze Pause und dann wieder weiter. Sich richtig zu erholen war schwer möglich.

Die Sonne, welche an diesem Tag ganz besonders „powerte“, die schnellen Runden und der anstrengende Kurs forderten ihren Tribut. Wir waren alle schon nach der ersten Stunde angeschlagen, und deswegen empfahl ich, das Tempo leicht zu verringern, um einen Einbruch zu vermeiden. Ich war dann knapp am 4/min Schnitt.(auf die Runde bezogen). Eine Runde, welche ich angeblich langsamer als die vorherige gelaufen war, kostete mir besonders viel Substanz.

Dafür erholte sich Mats wieder und wir hatten dann 4 Min Vorsprung. Kurz darauf verkündete der Spaßvogel, dass die Staffel „Grimmlinger“ überholt wurde. Warum er uns von LC-Wienerwaldsee auf Grimmlingers umgetauft hat, ist mir auch ein Rätsel. Tatsache war allerdings, dass wir aus unbekannten Gründen nicht auf der Zwischenwertung erschienen. 6 Runden später erschienen wir zwar, allerdings nur mit 2 Minuten Vorsprung, was mir unerklärlich war. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass unser konstantes Tempo, welches immer noch ausreichte, um jede Runde kostbare Sekunden auf unsere Konkurrenten zu gewinnen, derart unterboten werden konnte. 2 Minuten schneller über 6 km zu laufen erfordert einen enormen Kraftschub. Ich glaube eher, dass etwas mit der Zeitnehmung nicht stimmte (wegen der nicht erschienen Zwischenergebnisse) und so Werte angenommen wurden. Motiviert durch den neuen Schock entwurzelten wir noch verborgene Kräfte und hatten bald wieder 4 Minuten, was meine Vermutung bestätigte. Seit der ersten Runde waren wir in Führung und wurden von niemandem überholt. Jede Runde führten wir einen mentalen Kampf durch. Die letzten drei bis vier Runden waren echt hart. Aber wir hatten ja unsern Markus, der durch seine Blödelein die Gegner abschreckte. Seine verrückten Sprüche nahmen kein Ende. Tanzend schwirrte er durchs Feld und so mancher Mitstreiter wurde dadurch demoralisiert, einen verrückt springenden und jauchzenden Jüngling zu sehen, während man selbst kaum noch Kraft hatte.

Schlussendlich wurden wir Gesamtsieger in einer Zeit von 2:47:29 für die 42,2 Kilometer.

Bei der Siegerehrung erhielten wir eine Unmenge Mc Donald Gutscheine und 5 Kinogutscheine, welche wir an das nächst beste Mädchen verschenkten, da wir so bald nicht mehr nach Mank kommen. Dann gings zum „Meggie“ und wir beschlossen alle Gutscheine einzulösen und einen neuen Rekord aufzustellen. Wir nahmen uns vor, nicht eher den Mc Donald zu verlassen, bis wir alles weggegessen hatten. Als wir das dann tatsächlich schafften, und den Müll den Angestellten präsentierten und ich noch den letzten Gutschein einlöste, staunten diese nicht schlecht.

In unserem derzeitigen Zustand, in welchem wir uns kaum bewegen konnten, fuhren wir gleich zum Gartenfest Sacre Coeur und nahmen beim Volleyball teil, bei welchem wir uns diesmal geschlagen geben mussten.

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung, die uns Dreien sehr viel Spaß bereitet hat und ich hoffe, dass wir nächstes Jahr wieder zahlreicher vertreten sind, nicht nur was die Jugend Staffel betrifft!

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard