Erlebnis „Krems-Triathlon“ vom 30.7.2005

von Reinhard Grimmlinger

 

Zum dritten Mal entschied ich mich, die Herausforderung in Krems zu meistern.

Das Schwimmen bereitete mir die größte Sorge, da ich seit letztem Sommer kaum trainiert habe. Nur in den letzten 2-3 Monaten absolvierte ich vermehrt meine Einheiten. Meine Schwimmzeit bei den letzten Triathlons waren dennoch erschreckend langsam. Auf das Radfahren freute ich mich. Durch das mountainbiken, welches ich so oft und gerne praktiziere, wird man zum „Gipfelstürmer“, was beim Kremstriathlon aufgrund der bergigen Strecke ein Riesenvorteil ist. Seit Beginn der Sommerferien habe ich sehr viel trainiert. Vor zwei Wochen bin ich innerhalb von 24 Stunden 150km geradelt. In den letzten 2 Wochen war ich in Kroatien. Dort hatte ich fast jeden Tag laufen und/oder schwimmen trainiert. 30 bis 60 min beim Laufen, welches meist Lauf AbC und Sprints beinhaltete, mussten reichen. In den Schwimmeinheiten (30-45min) machte ich mehrere Pausen. Am 29.7 bin ich aus Kroatien zurückgekehrt, um am nächsten Tag den Triathlon zu absolvieren.

 

Der Triathlon

Pünktlich um 15:00 hörten wir den Startschuss. Ich befand mich in der ersten „Welle“, welche 5 Minuten vor der zweiten Welle startete. Ohne Neoprenanzug ließ ich mich im 19 Grad kalten Wasser auf die Schlacht ein. Diesmal wollte ich eine gute Zeit schwimmen und so steuerte ich mit den 150 anderen das Ziel an. Zwei Runden waren zu absolvieren, insgesamt 1500 Meter. Erstaunlicherweise ging es deutlich besser als in Kroatien. Das unangenehme Ziehen in den Armen verschwand nach einer Zeit, und so kam ich in eine rhythmische Bewegung, bis eine besonders gewiffter Fießling versuchte mich außer Gefecht zu setzen, während ich gerade mit einem anderen Spaßvogel kämpfte, der tatsächlich die Absicht zu haben schien über mich drüber zu schwimmen, in dem er mir ein Hieb verabreichte, der mir die Brille vom Gesicht riss. Notdürftig richtete ich sie wieder zurecht und schwamm nun halb blind weiter. Wasser habe ich übrigens auch genug geschluckt. Dennoch verbesserte ich meine Bestzeit in dieser Disziplin um 12 Sekunden.

Nach einem guten Wechsel war ich dann Gott sei Dank am Rad. Mühelos überholte ich Dutzende meiner Mitstreiter. Nur ab und zu wurde ich von Radlern der zweiten Welle überholt. Anfangs hatte man einen relativ flachen bis leichten Anstieg zu bewältigen. Die ersten 5 Kilometer konnte ich in einer 17.Zeit absolvieren. Danach ging’s immer mehr bergauf und am Schluss musste man einen sehr steilen Anstieg überwinden. Diesen Abschnitt absolvierte ich mit ungefähr 18km/h, einem sehr hohen Tempo, was ich an den langsameren geplackten Kontrahenten erkannte. Meine Strategie: bis zum Wendepunkt Vollgas, danach würde ich mich beim Bergabfahren schon regenerieren können, dachte ich mir. Nach 20 Kilometer hatte ich eine 38 Zwischenzeit, ich hatte also einen guten 30 km/h Schnitt halten können. Die Wende war dann noch etwas weiter entfernt. Insgesamt waren es also mehr als 40 km. Beim Bergabfahren ließ ich mich überholen, da ich kein so guter Abfahrer bin und auch nichts riskieren wollte, da ich ja am nächsten Tag für 3 Wochen nach Spanien fahre. Bald formierte sich eine 20köpfige Spitzengruppe, in der ich nur bis Kilometer 30 halten konnte. Das Tempo war enorm und ich hatte ja eigentlich vor, mich bei der Abfahrt zu schonen. Schließlich finishte ich in dieser Disziplin nach 1:12:29. Somit hatte ich meine Bestzeit über 40 Kilometer um eine dreiviertel Minute verbessert. Zum Vergleich: Mein persönlicher Streckenrekord beim Radeln in Krems lag bei 1:18:57. Die Strecke ist wirklich ziemlich anspruchsvoll.

Nach einem schnellen Wechsel kam ich zum Laufen. Ich hatte schwere Füße. Die Hitze, die mir schon beim Radeln zu schaffen gemacht hatte, wurde nun wirklich lästig. Vor dem Bewerb hatte ich 3Liter getrunken und während des Bewerbes kamen noch einmal 21/2 Liter dazu. Zum Glück war ich auf eine derartige Extremsituation gut vorbereitet. In Kroatien war es deutlich heißer.

Es galt nun 10 Kilometer aufgeteilt in 4 Runden zu bewältigen. Für die erste benötigte ich 11:34, die zweite schaffte ich in 12:24. Danach riss ich mich noch einmal zusammen und lief die nächste in 12:08. Schließlich finishte ich mit der vierten Runde in 11:55. Bei der 3. Disziplin, dem Laufen benötigte ich 48:03. Die ersten zwei Disziplinen hatten ihren Tribut gefordert. Obwohl mir zutraue, bei anderer Krafteinteilung nach 45 Minuten das Ziel zu erreichen bin ich auch mit dem Laufen sehr zufrieden. Ich finischte nach 2:34:29- also wenige Sekunden nach meiner Bestzeit - und erhielt so den 1. Platz Junioren.

 

Der Wettkampf war super organisiert, fantastische Musik und tolle Sachpreise. Krems ist wirklich sein Geld wert, sie geben sich Mühe, St Pölten zu übertrumpfen.

 

Das einzige was mich ärgerte, ist, dass ich mich nicht bei der NÖ Meisterschaft anmelden konnte. Für Triathlons starte ich bekanntlich fürs Asics Triathlon Team. Dieses ist jedoch in Wien vertreten. Was ich erst nachher erfahren habe ist: wäre ich für den LCW gestartet, hätte ich bei der NÖ Meisterschaft mitmachen können und hätte so einen 1. Platz bei den Nö Meisterschaften Junioren herausgeholt!

 

Ich wünsche allen noch viel Erfolg beim Laufen. Für mich geht’s wieder in den (Sprach)Urlaub, um dann für die 10 Kilometer Öm fit zu sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Reinhard