VIGARANOMARATHON
am 21.März 2004

von Heinz Polena

Ausgangspunkt dieses Marathons ist FERRARA, eine typisch italienische Stadt mittlerer Größe, rund 100 km von Venedig entfernt. Ferrara war im Mittelalter dank Este, einem der ältesten Fürstenhäuser des Landes, eine der größten und glänzendsten Städte Italiens. An Bedeutung zwar verloren, ist diese Stadt für den Besucher dank der verwinkelten Altstadt und den zahlreichen historischen Bauwerken („Kastell der Este“, dem Rathaus, Diamantenpalast, dem wunderschönen Dom) wirklich sehenswert.

Start und Ziel des Marathons ist im Zentrum der Altstadt zwischen Dom und dem Rathaus. Nach einer fast 13 km langen Runde um den Kern von Ferrara (außerhalb der alten Stadtmauern) geht es dann hinaus durch einige kleine Ortschaften bis Vigerano und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Die Strecke ist nahezu eben und mit Ausnahme einiger Kilometer, die man am Straßenrand neben dem Fließverkehr zurücklegen muss, verkehrsfrei gehalten.

Kaiserwetter beim Start um 10 Uhr. Nach rund 6 gelaufenen Kilometern „lachte“ bei einer Apotheke die Temperaturanzeige uns Läufern entgegen: + 31 Grad in der Sonne. Und weit und breit auf der Strecke kein Schatten. Zum Glück zogen nach etwa 3 Stunden Wolken auf, die dann die Temperatur erträglich machten.

Dafür war die Stimmung neben der Laufstrecke auf dem Gefrierpunkt. Keine Zuschauer, keine Aktivitäten, einfach nichts. Vor sich nur die Strasse und dies in einer nicht sehr abwechslungsreichen Gegend.

Mich wundert es nicht, dass die Anzahl der Teilnehmer rückläufig ist. Nur 553 beendeten heuer diesen Lauf, die niedrigste Anzahl seit 1992 (1994 mit 1.098 der Spitzenwert). Auch der Anteil an Ausländer blieb mit 21 % sicherlich hinter den Erwartungen (im Vorjahr waren es 29 %).

Wie ist es nun mir ergangen? Problemlose und gleichmäßige 21 km in 2.08 Std., dann ging es etwas langsamer weiter bis 30 km. Auf den letzten 12 Kilometern machte sich doch meine zu geringe und zu kurze Vorbereitung bemerkbar. Im langsamen Trab das Ziel zu erreichen, war trotzdem kein Problem. Der Zieleinlauf – die letzten 200 Meter über einen roten Teppich bei einem sich fast überschlagenden Sprecher – war der Höhepunkt dieses Marathons und entschädigte für das vorher.

Ich war eigentlich nachher recht zufrieden, da ich meinen jeweils erreichten Laufzeiten (diesmal 4.48.02 Std) keine überaus große Bedeutung beimesse, sondern mir geht es in erster Linie ums dabei sein, ums erleben, ums überwinden des eigenen ich's.

Ich verband diesen Marathon, wie es auch sonst meine Art ist, mit ein paar Tage Urlaub, die ich mit Evelyne so richtig genossen habe.