ViennaMan ÖM Sprint Duathlon
am 24.04.04

von Reinhard Grimmlinger

 

Obwohl es in der Früh stark regnete, besserte sich das Wetter bis zum Start. Da ich im Google einige Teilnehmer angeschaut hatte, wusste ich, worauf ich mich heute einließ (mehrere ÖM Titel).

Am Start waren 32 Athleten. Zu Beginn des Wettkampfes lief die erste Gruppe von ca. 20 Läufern 4min/km. Etwa nach einem Kilometer explodierte dann plötzlich das Tempo. Ich wusste, dass ich da kaum mithalten konnte, trotzdem kämpfte ich weiter. Ich war dabei, die wenigen Meter aufzuholen, als die Wende kam. Es war mir klar, dass ich nur dann eine Chance auf eine gute Placierung habe, wenn ich es schaffe, mit der Gruppe in die Wechselzone zu kommen, um mit ihnen loszufahren. Dann hätte ich mich in deren Windschatten regenerieren können. Nach der Wende ging es bergab und die Läufer hatten Rückenwind. Das Tempo wurde nochmals verschärft, sodass ich endgültig den Anschluss an diese Gruppe verlor. Am Ende der 1. Runde überholte mich dann ein Duathlet, der verzweifelt versuchte, die ersten einzuholen, die schon etwa 500 m vor mir liefen. Ich verpasste die Chance die Vorderen mit ihm einzuholen, da ich beschlossen hatte, mich zu erholen und dann mit dem Rad einzuholen. (Das Rad ist meine stärkste Disziplin). Hinter mir war Michael Nussbaumer, der mich mit ausdauernden Schritten verfolgte. Wir absolvierten die 5 km in 20:45.

Michael benötigte in der Wechselzone nur 18 sek, da er die Schuhe nicht wechseln musste im Gegensatz zu mir, danach sprintete er weg. Ich hingegen benötigte um 18 sek. länger und beschleunigte nicht so rapide, um keine Seitenstechen zu bekommen. Michael war mindestens 500 m vor mir, als ich mit 34 km/h gegen diesen äußerst starken Wind losstürmte. Nach der Wende ging es dann mit 45 km/h weiter. Trotzdem benötigte ich 3 km, um Michael einzuholen. Anstatt hinter ihm zu fahren, stürmte ich weiter. Bei km 4 ging es kurz bergauf, deswegen beschleunigte ich noch einmal, um das Tempo zu halten, und fuhr mit 45 km/h sitzend darüber, sodass ich den nächsten einholte. Diesmal blieb ich hinter ihm. Nach der Wende quälte sich mein Vordermann mit 27 km/h gegen den Wind. Michael überholte ihn nach ein paar hundert Metern, ich sprach mich mit ihm ab. Er meinte, dass es kaum möglich ist, die vorderste Gruppe jetzt noch einzuholen. Ich sagte: „Probieren wir es“. Um meine Worte zu unterstreichen, sprintete ich los, auch um zu zeigen, wie man gegen so einen Sturm vorzugehen hat- (Wären wir 1 ½ Min schneller gewesen, wären wir 4 Plätze weiter vorn beim Radeln gewesen). Bei der nächsten Wende löste mich Michael ab, und teilte mir mit, dass der 3. Mann den Anschluss verloren hatte. Wir wechselten uns regelmäßig ab. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass Michael ausdauernd und langsamer als ich fuhr. Ich glaube, dass er es aufgegeben hatte, die Führenden einzuholen. Für die 22,4 km benötigten wir 42:04.

In der Wechselzone benötigte ich wegen des Schuhwechsels diesmal 46 sek (langsamste Wechsel im Duathlon), während Michael schon nach 15 sek. wie ein Verrückter lossprintete. Wieder war er fast 500 m vorn, trotzdem gab ich nicht auf. Ich erhöhte mein Tempo bis ich fast am Limit war. Diese Schlussrunde machte mir am meisten Spaß. Vor der Wende (nach 1, 3 km) hatte sich der Abstand trotzdem nicht verringert. Obwohl ich eigentlich wusste, dass ich keine Chance hatte, gab ich mich nicht geschlagen. Selbst als ich erkannte, dass Michael nicht vor mir davon lief, sondern versuchte, den nächsten einzuholen, lief ich im selben Tempo wie er weiter: Und es machte mir noch immer Spaß! Bei den letzten paar hundert Metern mobilisierte ich noch jegliche Kräfte und sprintete 45 sek. hinter Michael ins Ziel, was von den Zuschauern mit Applaus belohnt wurde. Im 3. Lauf lief ich 11:13 für 2,5 km. Für 5 km Laufen/22,4 km Radfahren und 2,5 km Laufen benötigte ich 1:15.

Österr. Meister wurde Stefan Podany. Mit meiner Leistung bin ich nach längerer Zeit wieder einmal zufrieden. Immerhin war ich der 10, von insgesamt 20 M/W Jugendlichen.