Triathlon Challange St. Pölten am 24.07.2004

Reinhard Grimmlinger

Für mich war klar, dass ich sobald ich wieder gesund bin Triathlons in der olympischen Distanz bestreiten werde. Ich war seit den Semesterferien jede dritte Woche krank und deswegen keineswegs zufrieden mit meiner derzeitigen Form. Ich konnte nur in einem sehr niederem Pulsbereich trainieren. Deswegen fing ich mit Dehnungsübungen und Krafttraining an. Gesund wurde ich durch eine Ernährungsumstellung und Vitaminpillen.

Zu Beginn der Sommerferien stellte mir Werner ein Intensiv - Trainingsprogramm zusammen. Ich musste dieses jedoch unterbrechen da ich mich spontan bei einer Sportwoche anmeldete. Vielleicht war das aber wegen der Regenerationsphase auch besser so. (Ich musste beim Training natürlich wieder übertreiben). Das Training fällt mir natürlich in den Sommerferien viel leichter. Ich habe jetzt keinen Stress, unendlich viel Zeit und genügend Schlaf. Da verträgt der Körper schon ein par Stunden mehr Training in der Woche. So entschied ich mich als Vorbereitung für den Krems-Triathlon in St Pölten teilzunehmen. Davor absolvierte ich noch in Tulln einen Schwimmwettkampf über 1000meter. Leider war dort das Ergebnis nicht sehr zufriedenstellend.

DER WETTKAMPF: TRIATHLON CHALLENGE in ST. PÖLTEN 24.7.2004: 1,5 km Schwimmen/40 km Rad fahren/ 10 km Laufen

Das Aufwärmen beschränkte sich beim Laufen auf 5 Minuten und beim Schwimmen auf 15minuten. Bei einem derartigen Wettkampf würde ich meine Kräfte noch brauchen. Die letzte halbe Stunde vor dem Start nützte ich für Dehnungsübungen und fürs Ausruhen.

Das Rennen startete um 13:59:53 (es gab einen Frühstart, der allerdings keinen Einfluss auf die Pentek Zeitnehmung hatte) bei optimalen Temperaturen. Das Wasser hatte 25 Grad und draußen war´s zum Glück auch nicht wärmer. 270 Athleten waren am Start. Im Wasser begannen wieder die Schlägereien um den besten Platz und es passierte nicht einmal, dass jemand über mich schwimmen wollte. Ich begegnete diesem Vorhaben jedoch stets mit harten Beinschlägen. Ich schwamm mit den Händen fast maximal. Die Füße schonte ich dagegen so gut es ging. Am Ende der ersten Runde musste ich verblüfft feststellen, dass wir 2 runden schwimmen mussten. Ich hatte mich schon auf eine Topzeit gefreut. Als ich diese hinter mich gebracht hatte in 31:38 (3min schneller als letztes Jahr ) rannte ich in die Wechselzone und musste feststellen, dass es wie wahnsinnig zu schütten begann. Das hinderte mich allerdings nicht daran - nach einem halbwegs guten Wechsel - aus der Wechselzone übermütig los zu fahren und gleich bei der ersten scharfen kurve auszurutschen. Die Schürfwunden nahm ich zu dieser Zeit kaum wahr. Ich war nach ein paar Sekunden wieder im Sattel, um gleich wieder abzuspringen, da die Kette herausgefallen war. Mir war das Ganze peinlich. Als Fahrradfahrer sollte man schon weiter als 100meter kommen. Leider teilten auch andere mein Schicksal. Es gab mehrere Verletzte. Die Rettung war auch im Einsatz. Es gab sehr viele sehr enge Kurven. Wenn ich in diesem Rennen irgendwo Zeit verloren habe, dann beim Kurvenfahren. Nach meiner ersten Aktion fuhr ich nämlich deutlich eingeschüchtert in die Kurven. Es kam nicht selten vor, dass ich auf 10km/h abbremste. Zu absolvieren waren 4 runden á 10km. Obwohl ich beim Radeln bei weitem nicht der schlechterste bin, und mit 40km/h losraste, wurde ich laufend überholt. Zum Glück gab es auch einige Steigungen, in denen ich nicht selten zehn Fahrer auf einmal überholte. Je länger ich fuhr, desto weniger Fahrer überholten mich (die Profis waren schon auf der Laufstrecke). Leider holten mich die Leute, die ich in den Steigungen abgehängt hatte, spätestens in den Kurven wieder ein. Um die Muskulatur zu schonen, fuhr ich die letzten Kilometer etwas langsamer und wurde dann noch von fast 20 Fahrern überholt. Deswegen der undankbare 120platz in dieser Disziplin obwohl ich sicher mit 95% gefahren bin. Ich kam dann etwas angeschlagen nach 1:13:13 in die Wechselzone. (10min besser als letztes Jahr) Windschattenfahren war übrigens verboten, viele meiner Gegner machten allerdings trotzdem davon Gebrauch. Der zweite Wechsel war zumindest etwas besser als der erste. Den Umstieg hatte ich geübt. Nach fast jeder Radeinheit bin ich weggesprintet. Am Anfang des Laufens ging es mir super. Nach 500 Meter änderte sich das rapide. Zu absolvieren waren 5 Runden a 2km. Die Runde war zu 70% eine anspruchsvolle Crossstrecke. Steigungsunterscheide hinderten mich daran wieder schnell zu laufen sowie der durchnässte Untergrund. Schon bei der ersten Runde bekam ich leichte Seitenstechen. Das Schlimmste waren die Pfützen durch die wir laufen oder die wir mit einem kraftraubenden Sprung überwinden mussten. Jetzt spürte ich nicht nur die Verletzung vom Sturz sondern auch noch den Sand, der in den durchnässten Schuhen an meinen Füßen rieb. (um eine gute Wechselzeit zu erzielen lief ich ohne Socken). Ich wurde ununterbrochen überholt. Am Ende meiner ersten Runde wurde ich von Stefan Perg überholt, der gerade zum Zielsprint ansetzte, und der trotz einer Verletzung mit der sensationellen Zeit von 1:55 finishte. Ich versuchte meine Saitenstechen wegzuatmen, was die ständigen Erschütterungen verhinderten. Dann redete ich mir ein, dass ich mit die Seitenstechen nur einbildete, damit ich nicht schneller laufen musste. Und es funktionierte. Anfang der Runde konnte ich dann etwas beschleunigen. Nur diesmal wollte die Muskulatur wirklich nicht mehr so wie ich mir das eigentlich vorgestellt hätte. Anfang der vierten Runde sah ich, dass ich noch immer sehr gut in der Zeit lag, und dass sich mit etwas Glück und sehr viel Motivation Werner´s Zeit vorm Krems-Triathlon 2003 unterbieten konnte. Das Publikum, das von einem exzellenten DJ animiert wurde, machte eine Stimmung, die man mit der vom Wien-Marathon durchaus vergleichen konnte. In der 4. Runde konnte ich noch einmal beschleunigen, und ich fing an zu überholen. In der 5. lief ich dann endlich wieder so wie ich mir das vorstellte. Nach dem ich eine Riesengruppe überholt hatte, war ich wieder voll motiviert. Dann kam der Straßenteil. Noch 500 Meter waren übrig, dann hatte ich es geschafft. Ich sah drei Läufer, die sich im gemäßigten Niveau duellierten. Ich startete einen rapiden Sprint und überholte sie im raschen Tempo. Dann sah ich Heinz Polena und die tobende Masse, die mich anfeuerte. Ich wurde immer schneller und lief die letzten 60 Meter maximal. Das Resultat: Ein verzweifelter ORF Kameramann, der versuchte auszuweichen. Keine Sorge, ihm ist nichts geschehen! Ich konnte gut 3 Meter vor ihm abbremsen. Mir wurde währen des Stoppens noch die Medaille umgehängt und wollte mich gleich auslaufen. Nur das ging nicht mehr. Eher fallend als legend ließ ich mich in die Wiese gleiten und machte die Augen zu. Sofort war ein freundlicher Kampfrichter zur Stelle, der mich fragte wie es mir geht und mir riet mich verarzten zu lassen. Nach einer kurzen Pause ließ ich mich von Heinz abspritzen, der dabei ziemlich viel Spaß hatte. Ein ORF Mensch musste diese Aktion natürlich aufzeichnen. Anschließend wurde ich in einige Gespräche verwickelt. Etwas später konnte ich mich dann verarzten und massieren lassen. Im Starterpaket war ein Handtuch, eine CD und ein Essensgutschein für Spaghetti enthalten (der bei meinem Glück natürlich fehlte, aber ich bekam trotzdem meine Portion) Zur Verpflegung gab es Obst, Kornspitz und Getränke.

Der DJ sorgte wirklich für eine fantastische Stimmung und spielte auch gute Musik. Besonders Im Wechselzonenbereich waren die Fans bestimmt lauter (es wurden Ratschen und Pfeifen ausgeteilt) und auf jedem Fall begeisterter als in Wien. Angefeuert wurde ich neben Heinz auch von Gerhard Brandl, Zugi und meiner Mutter, die mich auch filmte. Alles war perfekt organisiert und ich hatte ein großartiges Rennen hingelegt. Ein Rennen in dem fast alles optimal gelaufen ist (vor allem koordinativ). Ich finishte in 2:34:14. (20 min besser als letztes Jahr in Krems und nur wenige Sekunden schlechter als Werner (letztes Jahr in Krems). Eine Mehlspeise ergatterte ich leider nicht, dafür ein zweites finisher T-shirt. Als 1. meiner Altersklasse gewann ich dann auch noch einen sehr schönen Pokal und ein tolles Asics T-shirt. Es hat trotz des Regens verdammt viel Spaß gemacht und die 50 EUR Startgeld haben sich auf jeden Fall ausgezahlt (Nachnennung).

Jetzt versuche ich mich zu regenerieren damit ich in Krems am 31. noch so ein gutes Rennen bestreite und einen Tag später stolz nach Malta fliegen kann

Keep on training Reinhard