Panorama-Halbmarathon in Mödling am 14.08.2004

von Werner Fürnkranz

Am Samstag den 14.08.2004 fand der zweite Panorama Halbmarathon in Mödling mit 112 Teilnehmern statt. Weder das anspruchsvolle Streckenprofil mit knapp 600 Höhenmeter, noch die mit 8:00 ungewöhnlich frühe Startzeit konnte unsere kleine Gruppe von LCW vom Start abhalten. Bei den Damen waren wir durch Monika Gasser und Sophie Fürnkranz vertreten, für Thomas Zeckendorf und mich diente der Wettkampf als weitere Vorbereitung für den Wachaumarathon.

Aus Sicht des LC Wienerwaldsee war dieses Rennen geprägt durch zwei kapitale Sturzflüge unserer Herren und zwei erfreulichen Höhenflüge unserer Damen.

Mich erwischte es bereits nach rund vierzig Minuten kurz vor dem Bergabweg zur Einöde. In einer leicht abfallenden Passage wo ich gerade mit einem Kollegen vom ULC Mödling das Tempo verschärfte, um den Anschluss an unsere Vordermänner nicht zu verlieren, übersah ich durch einen Konzentrationsfehler eine Wurzel und segelte mit rund 17km/h drei am Wegrand stehenden Föhren entgegen. Es muss richtig spektakulär ausgesehen haben, denn der Gesichtsausdruck des Laufkameraden war ziemlich besorgt. Zum Glück war mir nichts geschehen und ich konnte sofort das Rennen wieder aufnehmen. Bei den kommenden „Downhill“ – Abschnitten nahm ich dann aber doch stark das Tempo raus und verlor so sicher einiges an Zeit. Auch den gefürchteten Anstieg zum Anninger lief ich etwas demotiviert durch mein Missgeschick viel zu verhalten. Die Warnungen von Heinz vor dem endlos langen Hohlweg zur Wilhelmswarte hatten mich ein wenig eingeschüchtert und so habe ich wartend auf den eigentlichen steilen Anstieg den Berg verschlafen. Nach dem Anninger Schutzhaus ging es dann auf einer breiten Forststraße, die sich für einen abschließenden Tempolauf Richtung Ziel ideal eignete bergab nach Mödling. Leider mussten wir Läufer kurz vor der Stadt noch mal auf einen schmalen holprigen Waldweg ausweichen, der Zeki zum Verhängnis werden sollte. Obwohl die meisten der vielen Wanderer auf der Strecke verständnisvoll und aufmerksam waren, gab es doch auch einige wenige die sämtliche Zurufe ignorierten oder wie aufgescheuchte Hühner die Seiten spontan und unkontrolliert wechselten.

Zeki hatte keine Chance als die munteren Wandersleute unverhofft ihre Richtung wechselten. Er entschied sich für eine riskante Kurskorrektur, um einen Frontalzusammenstoss zu vermeiden und landete unsanft am Waldboden. Mit seinen Schürfwunden von der Schulter bis zum Knöchel sah er aus wie Rene Haselbacher nach dem Massensturz bei der Tour de France. So ein Crash kann einen Zeki nicht erschüttern und so erreichte er in 1:51:00 das Ziel auf Platz 22 (9. Rang M30). Unterm Strich bleiben für die Herren schmerzhafte Erinnerungen beim Duschen und eine gute Form, wie bei Zeki die deutlichen Steigerung zur Vorjahreszeit belegt. Mit meinem 10 Gesamtrang (4. Rang M30) und der Zeit 1:38:17 bin ich trotz des starken Starterfeldes und des Rennverlaufes ein wenig unter meinen Möglichkeiten geblieben.

Höchst erfreulich waren die Ergebnisse unserer Damen. Gewohnt stark die Leistung von Monika Gasser die, obwohl sie nur einen lockeren Trainingslauf absolvierte, in 2:00:27 Gesamt Dritte der Damen wurde (2.Rang W40). Sie behielt während des Laufes stets die Pulsuhr im Auge, um ja nicht in den roten Bereich zu kommen, da ihr Hauptaugenmerk auf die 1500m Landesmeisterschaft der Masters nächste Woche gerichtet ist. In der momentanen Form ist sie für mich eine heiße Medaillienanwärterin und ich freue mich schon auf ihr erstes Antreten für unseren Laufklub bei Meisterschaften. Erwähnenswert ist auch das Abschneiden von Sophie Fürnkranz bei diesem schweren Halbmarathon. Die Zeit von 2:13:25 bescherte dem LCW mit Rang Sieben bei den Damen (3.Rang W30) eine weitere Topplatzierung.

Schade nur, dass die Siegerehrung erst um 16:00 und daher ohne LCW- Beteiligung stattfand. Eine fünf bis sechsstündige Wartezeit für die Athlet/Innen auf die Siegerehrung halte ich für nicht zumutbar und hoffe, dass der sonst sehr bemühte Veranstalter dies und die mangelhafte Streckenmarkierung (insbesondere auf den letzten Kilometern) für die Zukunft überdenkt. Die Sportliche Leitung wird sich für die erfolgreichen Läuferinnen um die Zusendung der Preise bemühen.