Laufbericht Leobersdorfer Brückenlauf 2004
aus der Nordic-Walking Perspektiv

von Dagmar Datler

Noch sind wir nicht so vertraut mit dem Begriff Nordic-Walking und so habe ich auch erst am Mittwoch in der Leobersdorfer Ausschreibung entdeckt, dass heuer erstmals ein eigener Nordic-Walking Bewerb ausgeschreiben war. Nun gut, nach kurzer Rücksprache in der Familie, beschlossen wir beim Brückenlauf auf der 10km-Strecke einmal unseren „Standpunkt“ in der Nordic-Walking-Szene zu testen.

Das Wetter meinte es sehr gut mit uns und in bester Stimmung trafen wir in Leobersdorf ein. Ein kurzer Schwätzchen und ein Kaffee mit Wolfgang Danzinger, ein weiteres mit Bertl Resch, der wegen Achillessehnenproblemen heuer nicht starten konnte und seine Gabi coachte, ein bisschen Aufwärmen ... – und schließlich wurden wir 10 Minuten nach den Läufern auf die Strecke geschickt.

Es waren so ca. 25 Starter und wir machten uns guten Mutes auf den Weg. Die ersten paar 100 Meter galten der Platzierung innerhalb des Feldes und wir konnten uns im ersten Drittel einreihen. Doch schon bald musste ich dem forschen Schritt Tribut zollen, denn meine Schienbeine begannen kräftig zu ziehen. In Gedanken verfluchte ich mich selber, weil ich so schnell losgezogen war, doch ich beruhigte mich auch, da ich wusste, der Schmerz würde vergehen. Dennoch musste ich zunächst 2 Einzelgeher und dann noch eine 3-er Gruppe vorüber ziehen lassen. Als dann noch eine zweite 3-er Gruppe sich dran machte, mich zu überholen, gelang es mir, auf gleicher Höhe mitzuhalten. Und nach so ca. 4 km ließ auch der Schmerz allmählich nach und ich konnte zur „Aufholjagd“ ansetzen. Wolfgang und Iris waren immer vor mir, hatten jedoch mit mir nachgelassen – hier mein Dank an beide! Als sie jedoch merkten, dass ich das Tempo erhöhen konnte, legten auch sie zu und „zogen“ mich gleichsam nach vorn. Immer mit einem LCW-Leiberl vor Augen ließen wir zunächst die erste 3-er Gruppe hinter uns und schon bald darauf war auch die zweite 3-er Gruppe sicher hinter uns. Jetzt lagen wir auf den Rängen 6-8 nach meinen internen Berechnungen. Vor uns in Sichtweite war nun eine Walkerin, an deren Fersen wir uns nun hefteten. Lange Zeit blieb der Abstand gleich und bis km 6 machte ich mir keine Hoffnungen, sie einholen zu können. Doch plötzlich – ließ sie nach oder wurden wir schneller? – wurde der Abstand kleiner. Nach ein paar Kurven, die wir geschickt ausnutzten waren wir auch schon knapp hinter ihr. Sie hielt kurz mit uns mit, doch als dann ihr Vordermann in Sicht kam, der offensichtlich auch langsamer wurde, ließ sie uns ziehen, da sie nicht mehr zulegen konnte. Und so machten wir uns neuerlich auf die Verfolgung. Hier ging es recht schnell, so ca. bei km 8 war auch dieser Mann „Geschichte“. Und langsam kamen wir auch schon wieder in den Ort hinein. Ein Feuerwehrmann, der tapfer an seinem Streckenposten auf uns gewartet hatte, feuerte uns an und meinte „noch 400m dann habt ihrs geschafft!“ – er war wohl noch die Läufer gewohnt, die hier wohl schon ziemlich erschöpft sein dürften. Ich lächelte ihm zu und setzte meinen Weg fort. Noch ein paar mal ums Eck und schon sahen wir die Zielgerade. Zu dritt federten wir ins Ziel und freuten uns, diesen ersten Test so gut bestanden zu haben. Mit einer intern gestoppten Zeit von 1h23 waren wir alle sehr zufrieden. Und die geschätzten Ränge 4-6 können sich auch sehen lassen. Noch anzumerken wäre Zeit des Ersten, den wir am Rückweg zum Auto noch getroffen haben: 1h09 !! – diese Zeit wäre ich wahrscheinlich gerade mal gelaufen...

Die Organisation war ausgezeichnet, nur die Bananen waren leider aus, also wir ins Ziel kamen. Doch der Veranstalter versprach uns, im nächsten Jahr darauf zu achten, dass auch für die Nordic-Walker noch ausreichend Zielverpflegung zur Verfügung steht – ich werde es sicher überprüfen!

Alles in Allem war es ein wunderschönes Erlebnis, auch wenn wir uns am nächsten Tag kaum bewegen konnten. Wer sagt, Nordic-Walking wäre nicht anstrengend, den lade ich herzlich dazu ein, es einmal zu versuchen.