24-Stundenlauf in Klopein

von Sepp Riedl

Vom Urlaub zurück möchte ich meine Eindrücke von diesen Lauf (mein 7. Vierundzwanziger) schildern.

Samstag 08.05.2004: Eine halbe Stunde vor dem Start treffe ich meine Vereinskollegen Heinz, Martin u. Manfred bei der Rennbesprechung, wir stehen im Regen und es ist "sau kalt",nach kurzem Geplauder ertönt auch schon der Startschuß u. das Rennen kann beginnen.

Trotz des schlechten Wetters vergehen die ersten Stunden wie immer recht schnell, Martin sehe ich nur wenn er mich überrundet, Heinz spult routiniert seine Runden ab (wir plaudern ab und zu ein wenig) und erreicht nach 6 Stunden das angepeilte Ziel (er ist eben ein "alter Hase").
Bei Einbruch der Dunkelheit wird mein Wunsch erfüllt, der Regen hört auf u. so gehe ich erleichtert in die Nacht, denn nasse Kleidung bei Temperaturen so um + 1-2 Grad/C wäre schlimm gewesen. Um Mitternacht bei Halbzeit jammern schon recht viele über die Kälte u. einige werden deswegen später das Rennen vorzeitig beenden aber bei mir läuft es recht gut. Jetzt treffe ich auch des öfteren auf Martin, er ist angeschlagen u. scheint demotiviert zu sein da er glaubt sein angestrebtes Ziel nicht zu erreichen, später muß er auch pausieren. Ich kämpfe mich durch die eiskalte Nacht, werde dabei aber ständig von meiner Gattin Silvia fürsorglich mit heißer Suppe, Tee usw. versorgt u. bin recht gut drauf nur der Schlafmangel macht mir zu schaffen. So ca.5 Uhr 30 beginnt es hell zu werden u. neue Lebensgeister erwachen obwohl jetzt die Kälte am schlimmsten ist.
Sonntag 6 Uhr, ich erkundige mich beim Rundenzähler nach meinem Zwischenstand, bin zufrieden u. zuversichtlich das Vorhaben 4 x die Marathondistanz zu realisieren. So gegen acht Uhr wird es etwas wärmer u. das Laufen fällt wieder leichter aber auf der linke Fussohle macht sich eine Blase bemerkbar, sofort kommt die Angst auf das ich die Marschroute nicht durchhalten könnte. Eine Stunde später ist der Schmerz am linken Fuß schon ziemlich heftig,aber ab jetzt begleitet mich Silvia auf meinen Runden u. richtet mich mental auf. Auch Martin ist wieder auf der Strecke, eine Chinesische Ärztin hat ihn wieder fit gemacht aber er jammert u. ist unzufrieden mit seiner Leistung. Ich finde er hat zwar etwas Lehrgeld bezahlt ist aber einen gut 1. 24-Stunden-Lauf gelaufen und kann durchaus zufrieden sein.
Die letzten Stunden sind jetzt schon recht mühsam, der Körper schmerzt die Müdigkeit ist groß aber der Kopf sagt "weiter laufen", ca. eine halbe Stunde vor Rennende ist 4 x die Marathondistanz absolviert, ich bin sehr erleichtert u. laufe noch zwei Runden die ich richtig genieße. Beim Ertönen der Schlußsierene habe ich 172,562 Km erreicht,eine neue p.B. und bin HAPPY.