Internationale Dreitagewanderung Mödling

von Dagmar Datler

Vom 13. bis 15. August stand ganz Mödling im Zeichen der internationalen Dreitagewanderung. An jedem der drei Tage gab Strecken von 11, 21 und 33 km zur Auswahl. Die Streckenführung war jedes Mal eine andere und führte von Mödling in die umliegenden Gebiete des Wienerwaldes.

Wolfgang und ich hatten uns als Ziel genommen, an jedem der drei Tage die sogenannte „Leistungsstrecke“ von 33 km zu bewältigen. Somit wäre dann in Summe von 100km erreicht.

Der Unterschied zu einer Laufveranstaltung liegt in der fehlenden Zeitnehmung, die der ganzen Veranstaltung eine gewisse Leichtigkeit gibt. Frei von jeglichem Druck kann man die Umgebung aktiver genießen – und kommt dennoch zu beeindruckenden Leistungen. Dass dieser Aspekt auch weithin geliebt und beachtet wird, zeigt die recht zahlreiche Teilnahme von ausländischen Wanderern: Dänen, Tschechen und Ungarn gaben ein recht buntes Bild ab.

Am ersten Tag führte die einwandfrei markierte Strecke von Mödling durch die beeindruckenden Föhrenwälder nach Hinterbrühl und Gießhübel, am Höllenstein vorbei bis zur Schöffel-Hütte nach Kaltenleutgeben und dann zurück über den Parapluieberg zur Burg Liechtenstein und wieder nach Mödling. Das Wetter meinte es an allen drei Tagen gut mit uns – ideale Bedingungen, leicht bewölkt, etwas Wind und angenehme Temperaturen von ca. 20 Grad.

Der zweite Tag war schon wesentlich anstrengender, auch haben hier die Läufer doch einige Unruhe in den Tag gebracht. Dennoch war es beeindruckend, wie uns die Gruppe mit den ersten 3 Läufern bereits 38 Minuten nach deren Start (wir waren eine knappe Stunde zuvor aufgebrochen) eingeholt hatte. Auch Werner folgte nur ein paar Minuten danach und so wie er die Geröllhalde „hinunterflog“ war nichts von „herausgenommenem Tempo“ wegen seinem Sturz zuvor zu bemerken. Auch Erhard Baurek trafen wir plötzlich auf der Strecke, der ebenfalls unsere Läufer kräftig anfeuerte – auch wir bekamen einen anerkennenden Spruch mit auf dem Weg. An der Verpflegungsstelle kurz vor der Halbmarathonabzweigung warteten wir dann auf unsern Zeki und Monika, die wir noch mit „hopp-aufs“ anfeuerten. Nachdem die Halbmarathonis abgezweigt waren, wurde es deutlich ruhiger auf der Strecke, einerseits weil den kräfteraubenden Marathon doch weniger Läufer wagten, andererseits waren diese auch deutlich langsamer unterwegs, da noch an die 30 km zu bewältigen.

Die Strecke ging an diesem Tag übrigens entlang dem Wiener Becken wo wir beeindruckende Ausblicke auf Gumpoldskirchen, Pfaffstätten und Baden genossen. Der Lindkogel, den die Marathonläufer auch bezwingen mussten, blieb uns erspart, da unsere 33km-Route diesen Anstieg aussparte. Weiter ging es dann nach Siegenfeld, wo wir wieder mit der Marathon-Route zusammen kamen. Weiter nach Gaaden und von dort direkt hinauf auf den Anninger. Vom Anninger ging es dann nur noch hinunter nach Mödling. Dieser Tag war eindeutig der Anstrengendste, da die Steigungen und Gefälle ziemlich extrem waren.

Am dritten Tag hatten wir Unterstützung von den „Leimis“ Rudi und Margret, sowie unseren Töchtern Iris und Julia. Die vier wollten die 21km Strecke gehen. Da der Vortag einiges an Kraft gekostet hatte, wollte ich erst bei der Abzweigung entscheiden, welche Strecke ich gehen würde. Doch mit anderen Schuhen und den Aufmunterungen von Rudi und Margret („wennst jetzt nur die 21 gehst und dadurch den Hunderter nicht machst, ärgerst dich dein Leben lang“) entschied ich mich, aufs Ganze zu gehen – und ich habe es nicht bereut. Denn dieser Tag war von der Streckenführung der schönste – und auch angenehmste. Die Strecke ging wieder von Mödling nach Hinterbrühl, dann über Weißenbach auf den Höllenstein. Nach einer kurzen Rast dann hinunter in den Naturpark Sparbach, wo wir mit unseren Walking-Stecken alle Schweine vertrieben. Dann wieder nach Gaaden, diesmal jedoch nicht auf den Anninger, sondern über den kleinen Anninger zum Husarentempel. Dort konnten wir die herrliche Aussicht genießen, bevor wir dann das letzte Teilstück in Angriff nahmen. Den immer sanft abfallenden „Dreistundenweg“ hinunter und wieder durch den herrlichen Naturpark „Föhrenberge“ bis nach Mödling.

Die Gesamtgehzeit betrug jeden Tag etwa 7 Stunden, inklusive Pausen.

Überglücklich konnten wir unsere Urkunden übernehmen, und die Medaille für die erreichten 100km wird einen Ehrenplatz an meinem Rückspiegel im Auto erhalten.

Heute – einen Tag „danach“ – kann ich mich überraschender weise sogar halbwegs menschlich bewegen und träume schon von Mödling 2005.