Purkersdorfer Stadtlauf 30.08.2003

von Werner Fürnkranz

In Purkersdorf gibt es traditionell zwei Laufveranstaltungen im Jahr – den Silvesterlauf der Sportunion und den Stadtlauf im Rahmen des Stadtfestes.
Mit Ende August fällt dieses Rennen in die Vorbereitung zum Wachaumarathon und so gilt es für die Marathonis des Wienerwaldes alljährlich den Spagat zwischen Langdistanzvorbereitung und Sprintrennen zu schaffen. Sprächen wir vom Radsport so wäre diese Veranstaltung ein klassisches Altstadtkriterium. Da die alljährliche Route heuer durch eine Baustelle blockiert war, gab es eine neue Streckenführung. Je nach Altersklasse war eine ca. 260 Meter lange Runde 1 bis 4 mal zu umrunden.
Wie schon im vergangenen Jahr galt - was die Teilnehmeranzahl bei den Erwachsenen betraf - das Motto „klein aber fein“. Der Moderator Helmut Tschellnig bemerkte die Dominanz unseres Vereines und sprach von einer Klubmeisterschaft des LC Wienerwaldsee. Bei den Herren war mit der Teilnahme der schnellsten Purkersdorfer Martin Skrivanek (Sieger 2001) und Klaus Christian Marek und meiner Wenigkeit (Sieger 2002) ein schnelles und spannendes Rennen sicher, bei den Damen musste Gerlinde (Siegerin 2002) ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Schon bei den Kinder- und Jugendläufe gab es spannende Finalentscheidungen. Sportlicher Ehrgeiz und Einsatz, dass dir Angst und Bange wird. Stürze in der Startkurve vor lauter Gerangel, an der Ziellinie weil der Kopf schon dort ist, die Beine aber noch nicht, Begeisterung und Bangen bei Eltern, Opas und Omas, Freude und Enttäuschung und alles, was den Sport so ausmacht. Florian Zecha hält die Tradition der Familie aufrecht und gewinnt seinen Lauf. Lisa Maria Steiner erringt ebenfalls den Sieg in ihrer Klasse und meine Nichte Verena Fürnkranz gewinnt mit ihrer Einstellung „ein Lauf im Jahr genügt“ zum dritten Mal in Folge.

Was soll man über den Hauptlauf, der heuer von Damen und Herren gemeinsam bestritten wurde, viel schreiben: Er ist so kurz, dass dir nicht viel Zeit zum Denken bleibt. Ich habe vom Start weg Gas gegeben und alle sind das hohe Tempo voll mitgegangen, so dass nach der ersten Runde keiner mehr im aeroben Bereich war.
In der zweiten Runde taucht plötzlich mein Bruder neben mir auf und ich glaube zu träumen. Auch er versucht sein Glück in der Flucht, doch leider geht ihm 150 Meter vor dem Ziel die Puste aus und er wird schließlich Sechster. Die Runden Drei und Vier vergehen wie im Flug. Von den Zuschauern und der Stimmung bekomme ich nichts mit – volle Konzentration auf die engen Kurven und dann ab ins Ziel. Klaus Christian Marek startet in der letzten Runde einen fulminanten Schlusssprint, geht von der siebten Position aus an allen Anderen wie eine Rakete vorbei und wird schließlich Zweiter. Kurz dahinter folgen in Sekundenabständen Martin Skrivanek, Reinhard Grimmlinger, Rudi Leimberger, Herbert Fürnkranz und Martin Zecha.
Der Kurzkommentar des Zweitplatzierten, den er sich nach dem Zieleinlauf abringen konnte: „das ist Wahnsinn, da wird gelaufen wie bei der Weltmeisterschaft“. Die ersten drei Plätze gingen heuer nach Purkersdorf. Reinhard hatte Pech, dass er heuer schon in der Hauptklasse mitrennen musste, obwohl er von der Leistung her dort hingehört – der knappe vierte Platz ist undankbar. Rudi hat schon letzte Woche beim Novotel Halbmarathon gezeigt, dass seine Formkurve für die Wachau stimmt. Er war der einzige der mitgestoppt hatte und seine Uhr zeigte 3:35 min.
Gerlinde hatte bei den Damen alles unter Kontrolle und war die logische Siegerin. Zuverlässig wie immer agierte auch Margret und wurde Zweite. Spannend war das Duell um Platz drei, dass Sophie nach dem sie drei Runden lang taktisch mit ihrer Konkurrentin mitgelaufen war mit einem beeindruckendem – beim Intervalltraining am Speichberg geübten – Schlusssprint für sich entschied.
Im Rahmen einer schönen Siegerehrung wurden die drei Erstplatzierten der Kinder-, Jugend-, und Hauptläufe mit Pokalen geehrt, die selbst einen Michael Schuhmacher neidisch gemacht hätten.

Ergebnisse Hauptläufe (16-99 Jahre) 4x ca. 260m = 1040m
Diese rekonstruierten Ergebnisse sind nicht vollständig – es gab mehr Teilnehmer (auch vom LCW) die mir namentlich nicht bekannt sind. Daher nicht böse sein falls jemand vergessen oder falsch gereiht wurde.

Damen
1. Gerlinde Pichler-Steiner
2. Margarete Leimberger
3. Sophie Fürnkranz


Herren
1. Werner Fürnkranz
2. Klaus Christian Marek
3. Martin Skrivanek
4. Reinhard Grimmlinger
5. Rudolf Leimberger
6. Herbert Fürnkranz
7. Martin Zecha