Triathlon in Krems am 2.8.2003

von Sophie und Werner Fürnkranz

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Am 13.April beim Halbmarathon in Rossatz lag auf Walter´s Anmeldetisch eine Ausschreibung von einem Triathlon in Krems. Mehr aus Neugier als aus ernsthaften Interesse steckte ich sie ein, um sie daheim zu lesen. Beim Lesen kam die Erinnerung an jene Triathlons, die ich 1988, 1989 und 1990 in Wien auf der Donauinsel und in Breitenbrunn am Neusiedlersee bestritten hatte. Ich kramte die alten Ergebnislisten hervor und stellte mit ein wenig Wehmut fest, dass mir die Zeit für so ein aufwendiges Training fehlte – damit war dieses Thema vorläufig abgehakt.
Der Wien Marathon rückte immer näher und Reinhard Grimmlinger wollte unbedingt mitmachen. Dass ein Marathon in seinem Alter einfach zu früh ist, wollte er nicht einsehen und ich hatte alle Mühe ihm dies auszureden. Als Alternative schlug er einen Triathlon im Sommer vor – offensichtlich hatte auch er die Ausschreibung aus Rossatz. Ich ermunterte ihn zum Triathlon, mehr in der Absicht ihn beratend zu begleiten als selbst teilzunehmen. Reinhard nahm dann das Heft selbst in die Hand und startete schon im Juni in Wien bei einem Triathlon. Ende Juli gab mir „meine Trainerin“ grünes Licht und die Vorbereitung begann. Da Reinhard den Juli in England mit Sprachferien verbrachte beschränkte sich das gemeinsame Training auf e-mails und einem Schwimmtraining wenige Tage vor dem Rennen.

Bei schönem Wetter und zwei Stunden vor dem Triathlonstart sind wir in Krems angekommen. Wir hatten vor, Werners Startnummer abzuholen und dann noch die Radstrecke mit dem Auto abzufahren. Doch, wie so oft, hat sich dann alles anders ergeben...
Rad zusammenbauen, Standplatz in der Wechselzone aufbauen,... der Wettkampfbesprechung zuhören - denn seit Werners letzten Triathlon im Jahre 1990 (Diana-Triathlon / Donauinsel) sind nun schon einige Jahre vergangen.

Bei der Anmeldung gab es die erste erfreuliche Überraschung als wir Peter und Hans-Peter trafen, die nachgemeldet hatten, um eine Woche nach dem St.Pöltner Triathlon eins drauf zusetzen. Beide rieten mir den Neoprenanzug anzuziehen, womit diese Entscheidung getroffen war.

Dann habe ich Werner in seinen grasgrünen Neoprenanzug aus dem Jahre Schnee hineingezwängt, wobei ich den Zipp nur mit einiger Kraftanstrengung zumachen konnte. Und dann ging´s auch schon los. Im Wasser haben die Teilnehmer auf den Start gewartet, während ich mir noch schnell einen guten Platz zum Fotografieren ausgesucht habe. Für mich war das Gewässer nicht sehr ansprechend: undurchsichtig grün, voll kleiner Fische und kalt. Startschuß und losging´s.
Das Wasser hat nur so geschäumt, wie wenn man in ein Piranja-Becken ein Fleischstück hineinwirft. Vorneweg ist ein Bananenförmiges Kanu gefahren und hinterher eine wilde Meute. Vom Ufer aus hat man nur schwarze Arme im kochenden Wasser wahrgenommen und das alles dicht auf dicht. Besonders rund um die Bojen gab es ein mächtiges Gerangel. Anhand des grasgünen ärmellosen Neoprenanzugs konnte ich Werners Schwimmversuche gut verfolgen. Seine Schwimmzeit war besser als jemals im Training, obwohl wir doch nur so kurze Zeit vorher mit dem Schwimmen wieder „begonnen“ haben.

Das Schwimmen war für mich die Hölle. Mit dem Startschuß ging es auf Leben und Tod. Ich hatte nur noch einen Gedanken: So schnell wie möglich aus dem Wasser! Eine Sekunde lang überlegte ich einfach umzudrehen und aus dem Wasser zu steigen, denn das war kein seriöser Schwimmsport – eher Schlammcatchen. Doch wie willst du umdrehen mit dem Hintermann auf deinem Rücken? Links und Rechts Ellbogen, vor dir unkontrolliertes Beinschlagen – nur die Härtesten kommen durch und wie du mir, so ich dir. Nach den ersten fünf Minuten mit der abwechselnden Bildeinstellung grünes Wasser und blauer Himmel und viel geschlucktem Wasser hatte ich ein wenig mehr Bewegungsfreiheit. Dies änderte sich jedoch schlagartig (im wahrsten Sinn des Wortes) bei jeder Bojenumrundung, wenn sich das Feld zusammenschiebt, um den kleinsten Radius zu nehmen. Nach der ersten der zwei Schwimmrunden hatte ich mich an die Bedingungen gewöhnt und genoss die abwechselnd lauwarmen und eiskalten Strömungen im Behördenhafen. Trotzdem war ich heilfroh, als ich das Wasser krampffrei verließ, denn davor hatte ich die meiste Angst.

Am Ausstieg wurden die einzelnen Triathleten an den Armen gepackt und rausgezogen, das war recht gut, denn die ersten Schritte außerhalb dem Wasser waren meist etwas taumelnd. Schnell sind sie dann – sich aus den Neoprenanzügen schälend- zur Wechselstelle gelaufen.
Werner blieb für mich gesehen ewig in der Wechselzone. Er hatte sich komplett für´s Radfahren umgezogen. Ich staunte nicht schlecht als ich sah, wie das die Profis machen: Unter dem Neoprenanzug befand sich gleich das Raddress, nur noch die Startnummer mit einem eigenen Gurt umgeschnallt, Radbrille und Helm rauf und aufs Rad geschwungen, Schuhe noch zu und das schon während des Fahrens. Dann hieß es für uns Zuschauer „Warten...“ und das kann sehr lange dauern, wenn man wartet. Vom vielen Stehen hatte ich schon Kreuzschmerzen bekommen, so habe ich mir das Gelände ein wenig angesehen und die besten Fotoplätze ausgemacht. Werner ist jedenfalls ziemlich schnell mit seinem Rad davongebraust, das muß wohl die Freude gewesen sein, nach so langer Zeit wieder mal bei einem Radrennen dabeizusein.

Endlich am Rad. Beim Umziehen hatte ich noch meine unterkühlten und steifen Beine gespürt. Aber jetzt fühlte ich mich gut und hatte schnelle Beine. Mit 37km/h schoss ich durch Krems und fühlte mich wie ein Profi, da die Polizei die Straßen von dem Verkehr für mich freihielt. Die Strecke ist stetig leicht bergauf gegangen, was für mich ziemlich gut war, denn genau das hatte ich auf meinen Trainingsfahrten immer geübt. Dementsprechend überholte ich nun Fahrer um Fahrer – zusätzlich gab es noch Rückenwind. Erst 2km vor dem Wendepunkt kam die eigentliche Steigung mit ca. 5-7% und sie hätte für mich ruhig länger sein können, so gut ist es bei mir gerollt. Bergab ging es dann wieder zurück nach Krems und ich musste nur zwei Fahrer vorbeiziehen lassen.

Wieder an der Wechselstelle angelangt hatte sich Werner nochmals komplett umgezogen und ich habe lange gewartet, dass er aus der Wechselstelle wieder herauskommt um ihn zu fotografieren. Die Profis sind noch während des Fahrens aus den Schuhen geschlüpft und mit bloßen Füßen zu ihrem Stellplatz in der Wechselzone gedüst, in die Laufschuhe hinein und schnell noch die Startnummer nach vorne geschoben.

Ich habe beim Umziehen circa 5 Minuten verloren. Die Zeitnehmung für das Umziehen läuft bei der „Radzeit“ mit. Mein Tacho hat eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 34km/h angezeigt bei einer Fahrzeit von 1:13.

Durch Werners Umzieherei ist sicher einige Zeit verloren gegangen, doch für´s nächste mal wissen wir genau, was man da noch verbessern könnte. Die Laufstrecke musste viermal bewältigt werden und für jede Runde gab es ein buntes Frotteegummiband für das Handgelenk. Als Zuseher hat man jedoch völlig den Überblick verloren, wer in der ersten, oder gar schon in der letzten Runde läuft. Die meisten Triathleten waren sichtlich von der Hitze und der Anstrengung ziemlich angeschlagen und haben an der Labestelle einige Zeit durch Trinken und mit Wasser bespritzen verloren. Erst beim Lauf konnte ich die drei weiteren Triathleten des LC Wienerwaldsee erkennen und auch sie fotografieren.

Nach dem Radfahren war ich zuversichtlich den Triathlon unter 2:30 zu schaffen. Sowohl beim Schwimmen als auch beim Radfahren hatte ich meine Trainingsbestleistungen unterboten. Und jetzt sollte meine stärkste Disziplin kommen. Vom Laufbeginn an ging es ständig ans Überholen. Die Temperatur betrug 30°C und es gab weit und breit keinen Schatten. Am Ende meiner ersten Runde überholte mich Alexander Frühwirt (2. Plazierter), um ins Ziel abzubiegen. Ich war weiter auf Überholkurs und dachte, dass ich ganz gut unterwegs bin. Da es mittlererweile auf der Laufstrecke ziemlich wurlte, es aber nicht wirklich erkennbar war, wer in welcher Runde bzw. wer an welcher Stelle lag, fehlte es mir an Ansporn und ich ließ mich vom Schneckentempo der Anderen einlullen. Schließlich benötigte ich 45 Minuten für 10km (Mittlere Katastrophe!)

Dann bin ich schnell zu Ziel gelaufen um noch ein nettes Zielfoto von jedem machen zu können. Werner kam nach 2:34:08 ins Ziel. Etwas müde, aber sehr glücklich kam er nach 1,5km Schwimmen, 40km Radfahren und 10km Laufen ins Ziel. Ich war sehr froh, dass alles gut gegangen ist und er gesund und munter alles überstanden hat. Alles in allem war der Kremstriathlon eine sehr schöne Veranstaltung, gut organisiert, und auch für die Zuschauer – von denen doch einige da waren – eine attraktive Veranstaltung. Das Leistungsniveau im Triathlon ist extrem hoch. Bei über 200 Teilnehmern und trotz tropischer Temperaturen gab es nur eine Aufgabe. Umso höher sind die Leistungen unserer Läufer einzuschätzen, auch wenn die Platzierungen nicht so toll aussehen. Gratulieren möchte ich noch Reinhard Grimmlinger (jüngster Teilnehmer, bester der männlichen Jugend mit einer sensationellen Radzeit mit Mountainbike), Peter Arringer und Hans Peter Czvitkovicz für ihre Leistungen!!

Liebe Grüße von Sophie und Werner

Gesamtwertung Herren bei 170 finisher:

79. Fürnkranz Werner 0:30:52,39 ( 132.) / 1:17:55,40 (107.) / 0:45:20,85 (31.) / 2:34:08,64

139. Grimmlinger Reinhard 0:34:56,82 (159.) / 1:23:05,67 (138.) / 0:55:32,28 (116.) / 2:53:34,77

158. Arringer Peter 0:33:27,03 (150.) / 1:26:19,49 (159.) / 1:06:36,44 (157.) / 3:06:22,96

164. Czvitkovicz Hans Peter 0:40:43,22 (172.) / 1:25:42,90 (155.) / 1:15:39,87 (166.) / 3:22:05,99

Ergebnisse unter www.kremstriathlon.at

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