LCC-Herbstmarathon 26.10.2003

Ein Bericht von Gerlinde Pichler-Steiner

Müde von einer Saison mit 21 Wettkämpfen, einem langen Marathontraining neben Beruf, Familie,etc war ich mir nicht sicher ob die Wahl heuer noch einen 2. Marathon zu laufen, überhaupt richtig war. Mitte der Woche machten mich noch starke Fußschmerzen und der plötzliche Wintereinbruch zusätzlich unsicher.
Hatte ich aber mit Robert Ruthner aus Pressbaum einen Gleichgesinnten gefunden und ziemlich ruhig und zufrieden machte ich mich am Sonntag morgens auf in den Wiener Prater.
Nach einigem Anfangschaos, kam mir doch mein geplanter Laufpartner schon vor dem Start abhanden, da wir uns nicht mehr fanden, ertönte Punkt 10 Uhr nach der Bundeshymne der Startschuß von Stephanie Graf und los gings. Zu laufen waren vier Runden á 10km vom Happel Stadion, Richtung Wurstel Prater, retour und unter der Tangentenbrücke wieder retour ins Stadion, bei der letzten Runde gings zusätzlich ums Lusthaus um auf die Marathondistanz zu kommen.
1. km in 4:50 viel zu schnell dachte ich mir, doch gings in einem guten 5 min Schnitt weiter ohne Probleme. Kühles angenehmes Laufwetter, gute Stimmung und siehe da bei km 16 (in der zweiten Runde) steht der liebe Erhard Baurek und wartet auf mich. Sein Kommentar: Du bist viel zu schnell!!
Ich sagte ihm er solle keine Angst haben, ich fühle mich prima. Dank der guten Unterhaltung einerseits und die hervorragenden Schrittmacher- und Windschattendienste andererseits gings ohne Probleme zu HM-Markierung, 1:44 beim Halbmarathon, es passt dachte ich mir.
Bei km 27 auf einmal war Andreas Charwot vor mir, gemeinsam gings dann bis km 32 doch dann gings mir doch noch besser als ihm. Erhard hatte sich verabschiedet und so drehte ich meine letzte der vier Runden alleine zu Ende. Ab km 38 hatte ich wieder einen Mitläufer der mich mit seiner permanenten Rederei aber noch mehr nervte als der lange Weg bis zum Lusthaus. Nach dem Lusthaus gabs noch eine extra Verpflegungsstelle und dort blieb ich einfach stehen bis mein Quälgeist außer Reichweite war. Der letzte km zog sich dann schon, doch Michael Thaler feuerte mich wie bei jeder meiner Runden toll an (Danke Michael) und schon gings ins Happel Stadion, noch ca. 300 m auf der Laufbahn und ich wusste es geht sich aus 3:39:53, ich war sehr zufrieden, genoß die Minuten nach dem Zieleinlauf und begab mich dann in die Wärme der Katakomben des Stadions.
Im LCC-Zentrum dann noch eine Überraschung, beim Studium der Ergebnisliste fand ich mich als 12. beste Frau insgesamt und Dritte in der W-35. Als Belohnung gabs bei einer schönen und gut organisierten Siegerehrung einen Pokal aus den Händen von Dr. Pfannl dem LCC Präsidenten und „Turbofloh“ Lisa-Maria Leutner.
Ein Resümee: Für 25 Euro Startgeld eine gute Orgainsation, ausreichend Verpflegung (Tee, Wasser,Isostar, Schnitten, Bananen) eine Strecke die mir leichter gefallen ist, als vorher gedacht, hatte ich mir die vier Runden im Prater eher öde vorgestellt, wars diesmal im Vergleich zur Hitzeschlacht in Wien ein echter Genusslauf. Ein wirkliches Lob an die Organisation!
Der LCC hat aber an diesem Sonntag gleich doppelt gewonnen, einerseits eine gelungene Veranstaltung auf der anderen Seite bei einem Startgeld von 25 Euro und keinen so teuer eingekauften Läufern wie vergleichsweise bim Vienne City Marathon wurde die beste österreichische Marathonzeit dieses Jahres hier erziehlt!!
Gewonnen hat in 2:11:51 Samson Loywapet aus Kenia. Für alle die ihn nicht kennen: Er war der Pacemaker von Paula Radcliffe bei ihrer Weltbestzeit heuer in London und er ist der Freund von Andrea Mayr vom LCC-Wien (heuer 4 fache Staatsmeisterin), Andrea Mayr hat übrigens unseren Werner beim Karriegllauf besiegt.
Bei den Damen gewann eine Kärntner Triathletin, nämlich Maria-Elisabeth Penker in 2:54:24!!
Nach meinem gelungenen 22.Wettkampf dieses Jahres geh ich jetzt glücklich und zufrieden in die Regeneration und freu mich schon auf den Linz-Marathon im April 2004!!