Marathon Hamburg

von Wolfgang Datler

 

 

 

Für meinen Frühjahrs Marathon wählte ich heuer den Marathon in Hamburg. Ich versprach mir davon kühlere Temperaturen als beim Wien Marathon und mehr Zeit für andere Aktivitäten wie Radfahren, Umbauen, Seminare etc. im Mai.

 

Am Samstag traten Bertl Resch und ich die Flugreise an. Am Flughafen erwartete uns bereits ein Studienkollege Bertls bei dem wir Quartier bezogen. Nach einer Hafenrundfahrt und einer kleinen Stadtrundfahrt trafen wir uns mit Heinz Polena, der mit Evelyn  bereits einige Tage in Hamburg verweilte, zum Pasta –Essen.

 

Die Nacht war verregnet und es herrschte starker Wind, was meinen Schlaf jedoch kaum störte.

 

In der Früh war es dann jedoch trocken und es gab nur wenig Wind bei 9 Grad und bewölktem Himmel. Also beste Voraussetzungen für eine neue Marathonbestzeit.

 

Für diesen Marathon hatte ich mich so gut wie noch nie vorbereitet. Ich absolvierte ein Wochenpensum zwischen 70 und 90 km. Deshalb steckte ich mein Zeitziel mit 3:40 h (insgeheim 3:30 h) für meine Verhältnisse relativ hoch. Start und Ziel befanden sich am Messegelände. Es ist durch mehrere U-Bahn Linien erreichbar wodurch es keine Drängelei bei der Anreise gab.

 

Der Start erfolgte pünktlich um 9 Uhr. Es gab trotz den angeblich 18.000 Teilnehmern durch den um 5 Minuten zeitversetzten Start von 3 Startblöcken wenig Drängelei und so konnte ich mein Anfangstempo von 5:00 – 5:10 relativ ungestört laufen. Als Verpflegung gab es alle 2,5 km Wasser alle 5 km zusätzlich Bananen und bei km 15 und 25 auch ein isotonisches Getränk. Die Strecke war wirklich über ihren gesamten Verlauf immer von begeisternd anfeuerndem Publikum gesäumt. Ich kehrte alle 5km bei einer Verpflegestation ein und stärkte mich mit Wasser und Bananen. Die Halbmarathondistanz erreichte ich bei 1:46 h womit ich recht gut in meinem Zeitplan war und auch noch kaum Müdigkeit verspürte. Mein Puls betrug durchschnittlich 156 Schläge. Die nächsten km liefen noch recht gut jedoch erhöhte sich die Pulsfrequenz laufend. Ab km 26 lief es dann etwas zäher der Puls überschritt teilweise die 170 Schläge Marke. Die 30 km erreichte ich bei 2:33h (5:06 min/km). Doch schon jetzt kam der Hammer wie er immer beschrieben wird (und den ich eigentlich eh schon kannte). Irgendwie ging nichts mehr weiter. Ich schaffte keinen km mehr unter 6:10 Minuten (sonst Trabtempo) den Pulsmesser legte ich sicherheitshalber tot und des weiteren hatte ich leichte Bauchkrämpfe. Wiedererwarten kam ich trotzdem bis km 38 wo mich die Anzahl und Lautstärke der Zuseher unterstützt durch die dort vorhandene Enge der Strecke überwältigte. Bei km 40 wusste ich was es mit den Krämpfen auf sich hatte. Ich brauchte augenblicklich eine Klohhütte, die natürlich weit und breit nicht auffindbar war. Ich sammelte die letzen Kräfte und sprintete in das WC eines angrenzenden Kaffeehauses. Erleichtert erreichte ich das Ziel mit 3:53 h (Schnitt für die letzten 12 km = 6:33). Und verpasste meine Bestzeit vom letzten Jahr (ohne Hammer) um eine Minute.

 

Was ich bei diesem Lauf gelernt habe:

-          esse nicht alle 5 km Bananen mit Wasser

-          gibt es nur bei km15 und 25 isotonische Getränke nehme den eigenen Trinkgurt mit

-          wähle deine Zielzeit immer 10 Minuten langsamer als deine Traumzeit, dann bist du am Ende um 10 Minuten schneller (und halte dich auch  daran)

-          wenn du deine Bestzeit nicht verbesserst ist der nächste Marathon nicht so anstrengend

-          verbinde einen Auslandsmarathon mit einem Urlaub, damit du auch wirklich weißt wo du läufst

 

Jetzt freue ich mich auf meinen nächsten Marathon im Herbst und wünsche allen beim Wien Marathon alles Gute.

 

Liebe Grüße Wolfgang