Berlin - Marathon 2003

von Rupert Resch

Eigentlich war es ja nicht mein Jahr: gleich am Beginn eine Magen/Darmgrippe mit 10 Kg Substanzverlust, vor Ostern eine kalte Lungenentzündung mit zwei Wochen "Bett-hüten", dann Matura als Klassenvorstand mit 26 Kandidaten in Mathematik und einige im Wahlpflichtfach Sport- und Bewegungskultur und dann eine langwierige Erkältung mit Husten und Schnupfen.
Das heißt natürlich im Trainingsprogramm immer wieder von vorne anfangen, enttäuschende - aber zu erwartende - Wettkampfergebnisse, frustrierende Momente.
Und dann war da eben Berlin!
Ich habe - so wie Andreas Charwot -über Adidas den "Plane to Berlin" gebucht; gleich vorweg: super organisiert, Flug ( Lauda Air ), Hotel, Betreuung vor Ort, Rahmenprogramm, Busshuttles, Pastaparties ...alles Bestens!
Nach der Marathonmesse und der Stadtrundfahrt am Samstag kommen am Abend die ersten Bedenken: Andreas träumt von 4:10 Km - Zeit, ich habe meinen Einbruch vom Wachau-Halbmarathon zwei Wochen vorher noch im Hinterkopf. Nachdem ich aber das Training und die Taperingphase in den letzten zwei Wochen ohne gesundheitlichen Probleme durchziehen konnte, bin ich doch zuversichtlich. Unter 4:00,00 ??
Sonntag: Wecker-5.30 Uhr ; Dusche, Frühstück: schweigsam, Weckerl, Honig, Tee; Busfahrt; Startbereich - und da kommt der große Hammer - 35 000 Starter, Absperrungen, Menschen,Läufer, Läufer,Läufer..... Ich treffe sogar Xandl aus Gablitz und einen ehemaligen Schüler.
Eine halbe Stunde vor dem Start will ich alleine sein - locker Laufen, dehnen, ich nehme mir trotz allem 5 min/km vor.
9.00 Uhr-Startschuß: Eingeklemmt, vorwärtsgeschoben, am zielstrebigen Laufen behindert - die ersten 3 Km in 20 min. Soll ich jetzt Gas geben oder einen Sightseeingmarathon absolvieren?
Dann gehts besser - die ersten 10 km in 49:50. Und so gehts auch weiter. Bei Km 26 erfahren wir Läufer , dass es eine neue Weltbestleistung gegeben hat; kurz der Gedanke: " Der kann jetzt schon duschen gehen und ein Bier trinken "!
Bei Km 30 denke ich kurz daran, dass es sich unter 3:30 ausgehen könnte; doch dann machen sich die alten Sportverletzungen bemerkbar:
Achillessehne und rechtes Knie schmerzen, aber ich kann trotzdem den Schnitt halten.
Bei KM 38 beginnt ein leichter Krampf im rechten Fußgewölbe! Und dann "Unter den Linden" mit dem Brandenburger Tor!°
Schöner kanns nicht sein! Es war einfach ein schönes Erlebniss!
Im Ziel: Umarmungen mit völlig unbekannten Menschen, manche weinen, manche tanzen, manche wandeln einfach stumm Richtung Ausgang; ich will dann wieder allein sein, den Augenblick einfach alleine genießen!
Zum Resumee: Berlin ist einfach Spitze!! Angefangen von der Logistik, von der Verpflegung (es gibt lauwarmen Tee, Wasser, IsoGetränke, Bananen, Obst,...alle 5km, aber auch zwischendurch bei 2,5......Km Getränke), von den WC-Anlagen, von der Betreuung,....

Berlin: Man sollte auch noch erwähnen, dass sich die Organisatoren wirklich Gedanken machen! Scharfe Richtungswechsel werden mit Tafeln kundgetan, ebenso Engstellen! Es gibt ein paar Engstellen, die vorher mittels "Verkehrszeichen" angekündigt werden. Und dort stehen die meisten Fans! Und die feuern ordentlich an!!

Es war schön! Liebe Grüße und Gratulation aber auch allen Teilnehmern und Organisatoren, die am selben Wochenende am Kresslauf
teilgenommen haben!

Rupert