Staatsmeisterschaften in Hainburg am 27.04.2003
(Halbmarathon)

 

Zwischen Höhen und Tiefen

 

Ein Laufbericht von Gerlinde Pichler-Steiner

 

 

 

Nun war es endlich soweit. Der Termin für einen Anhaltspunkt zum Wien-Marathon war endlich da. Mein erster richtiger Halbmarathon (den Novotel Halbmarathon kann man ja eher in die Kategorie Cross- oder Bergläufe einreihen) und das gleich bei Staatsmeisterschaften. Etwas nervös war ich am Start schon, doch vertraute ich da auf die Erfahrung und Routine von Margret die ja schon viel mehr lange Wettkämpfe bestritten hat als ich.

 

Nachdem wir vor dem Start noch über die zu wählende Bekleidung diskutierten , das Wetter war eigentlich optimal (bewölkt, relativ kühl) entschied ich mich nach guten Tipps von Werner und Erhard doch für das ärmellose LCW Leiberl, bei Margret bedurfte es noch etwas Überredungskunst damit sie die lange Hose gegen die kurze tauschte.

 

Nach einem kurzen Aufwärmen gings ab zum Start. Wir stellten uns ziemlich weit hinten hin, was eher ein Nachteil war, es gab nämlich keine Nettozeitnehmung, was mir für so ein Ereignis unverständlich ist, deshalb zeigte meine Uhr im Ziel auch eine 1:44 er Zeit, ist aber nicht wirklich tragisch.

 

Die Strecke führte von Hainburg nach Bad Deutsch Altenburg und war dreimal zu laufen. Vom Start weg gings sehr flach dahin, dann kam ein Anstieg ab ca. km 1,5, weiter bis zur Wende gings eher bergauf, die Wende wurde Ihrem Namen gerecht, es handelte sich eher um eine Haarnadelkurve, nach kurzer Verpflegungsannahme gings kurz bergauf um die Kurve dann endlich ein längeres Stück bergab, dann durch eine wunderschöne Allee mit tollem Ausblick auf den Braunzberg und ziemlich flach dem Start-Ziel Bereich entgegen.

 

War mein Ziel die ersten 10 km einen genauen 5 min Schnitt zu laufen um dann noch Reserven zu haben eigentlich genau vorgegeben, ließ ich mich dann doch von einer anderen Läuferin mitreißen und die ersten zwei Runden gingen super dahin, wir lagen eigentlich auf Kurs für 1:43, doch unterschätzte ich dann doch die letzte Runde, die in Kombination mit einem sehr starken Gegenwind zwischen km 14 bis 17 doch zur Qual wurde, war das Feld doch schon sehr zerrissen, und man hatte keine Gelegenheit mehr im Windschatten zu laufen. Speziell bei der ersten Steigung spürte ich die Müdigkeit in den Beinen und auch nach der Wende freute ich mich nur mehr aufs Ziel, doch ein Blick auf Margret die nur knapp hinter mir war, zeigte mir, ich bin nicht die einzige die nicht mehr viele Reserven hat, Margret hatte auch nur mehr ein kurzes müdes Lächeln für mich übrig.

 

Die letzten km bis zum Ziel gingen dann noch irgendwie vorbei, vor dem Ziel sammelte ich nochmals alle Reserven und konnte sogar noch eine Läuferin überholen. Angefeuert von meiner Tochter, meinem Mann, Werner und Sophie mit Eltern gings ins Ziel und es war geschafft. 1:44:45 zeigte die Uhr, doch wie gesagt es gab ja keine Nettozeitnehmung und so wurden es dann 1:45:07.

 

Ein Dank noch an den Platzsprecher, verkündete er doch, dass ich erste in W35 bin, was mich zu einem Jubelschrei veranlasste, glauben konnte ich es allerdings nicht wirklich, auch Werner war eher skeptisch. Für einen Augenblick war es trotzdem schön.

 

Durch die doch eher schwierige Streckenführung waren die Zeiten nicht ganz so toll, z.B. Gradwohl Eva-Maria lief mit 1:16 doch auch 3 min langsamer als bei Ihrem Rekord im Prater.

 

Positiv anzumerken ist, dass es schon ein tolles Gefühl war mit so vielen guten Läufern und Läuferinnen ein Rennen zu bestreiten. Hatte die drei Runden auch den Vorteil die Vereinskollegen immer wieder zu sehen und ein kurzes Nicken oder Lächeln ermunterte immer wieder, auch die Anfeuerungen von Sophie.

 

Was mir weniger gut gefallen hat, war der doch übertriebene Bürokratismus.

Verursachte die Startnummernausgabe einen langen Stau, obwohl die Nummern eh nur Vereinsweise gesammelt ausgegeben wurden. Auch ob man jetzt wirklich die Startnummer vorne und hinten ordnungsgemäß trug, kann ja mit der Zeit nichts zu tun haben. Zum totalen Chaos entwickelte sich die Siegerehrung im Bierzelt. Angesetzt für 13:00 wurde sie immer wieder verschoben wegen Protesten und Disqualifikationen um 17:00 wars angeblich soweit, doch da war ich schon längst weg. Vielleicht sollten die mal mit dem Wolfgang sprechen wie man eine wirklich schnelle Siegerehrung macht.

Auch bei dem Anblick der Kampfrichter dachte ich mir, die solltens vielleicht auch mal mit Laufen probieren.

 

Das offizielle Ergebnis:

Bei den NÖ-Meisterschaften        6.Platz in W-35

                                 21.Platz gesamt bei den Damen

 

Bei den Österr.Meisterschaften:   8.Platz in W-35

                                 39.Platz gesamt bei den Damen

 

Gratulation auch an Margret, Werner, Erhard und Andreas.