Wien-Budapest in 5 Tagen, ein unvergleichliches Laufspektakel
von Erhard BAUREK
(Foto ganz rechts)


 

1. Tag: 93,8 km.

In Himberg erwartete ich ungeduldig unseren Startläufer, der in Wien vom Messegelände pünktlich um 9 Uhr losgelaufen war. Mit 10-minütiger Verspätung kam er schließlich an. Er musste 3-mal in die Büsche, vermutlich wegen des Genusses von Red Bull kurz vor dem Start. Nun nahm ich meine 30,4 km lange Strecke in Angriff. Es war kühles Wetter, das Feld schon ziemlich auseinander gezogen. Ich freute mich schon auf einen Becher Tee, den ich ungefähr in der Hälfte meines Weges trinken wollte. Ich brauchte fast 15 km, um nacheinander 4 Läufer zu überholen. Also lief ich in Trautmannsdorf die Verpflegsstelle an. Es wurde mir brennheißer Tee eingeschenkt, bereits vorbereitete Becher gab es nicht. Das kostete mich fast 2 Minuten. Dann machte ich mich -leicht verärgert- wieder auf, die beiden Läufer, die ich vorher mühsam überholt hatte, wieder einzuholen. Über Sommerrein ging es nach Kaisersteinbruch. Anstieg auf das Leithagebirge und dann wieder hinunter, nochmals 4  Läufer überholt und Übergabe an unseren Dritten, der dann in Rust an unseren Schlussmann übergab. Ein Bus, es gab deren 10, brachte die, die es für heute hinter sich hatten, ins Ziel nach Sopron.

 

2. Tag: 115,6 km.

Um 5 Uhr aufstehen, Frühstück, Transfer zum Start. Ich war froh nicht um 7 Uhr starten zu müssen, hatte aber wieder das "Glück" die längste Teilstrecke zu erwischen, 32,8 km. Um ca. 1/2 10 Uhr lief ich von Fertöd, wo es gerade 2-mal kurz gehagelt hatte, in Richtung Osten, das Wetter besserte sich, und ich erreichte meine Wechselstelle nach 2 Stunden 40 Minuten. Wieder hatte ich 5 Plätze gutmachen können. Die überholten "Ultras" habe ich natürlich nicht gezählt. Kurze Erholung, Erfrischung, Lockerung, trockenes Zeug anziehen, Transfer nach Lebeny, wo eine Kirche aus der Arpadenzeit (1206 erbaut) steht. Nachdem wir unseren Schlussläufer auf den Weg geschickt hatten, ließen wir uns vom Bus nach Györ bringen, wo wir die Einlaufenden noch anfeuerten oder im Ziel empfingen.

 

3. Tag: 60,5 km.

Start erst um 1/2 10 Uhr. Meine Vorläufer hatten 20, bzw. 12 km zurückzulegen. Sie wurden bei ihren Wechseln von der Ortsbevölkerung, den Schulkindern und der Dorfjugend lautstark und begeistert empfangen. Als Dritter ging ich ins Rennen. Im Vergleich zu den Vortagen für mich ein Spaziergang, waren es doch nur 11 km. Das Wetter war kühl, Seitenwind, die Handschuhe waren angebracht. Von Kocs knüppelte unser Bester bis in seine Heimatstadt Tata, von wo er auch am nächsten Tag starten wollte. An diesem Abend ließ ich meine Muskeln kneten, hatte ich doch ein gewisses Stechen in den Waden.

 

4. Tag: 59,2 km.

Strecke sehr kupiert. Ich hatte gebeten der Einläufer sein zu dürfen. Mein Abschnitt reichte von Zsambek bis Budakeszi, 18,4 km. Es war warm, 19° C, kurze Hose, keine Handschuhe. Die Massage hat mir äußerst gut getan. Obwohl ich lief was das Zeug hielt, verlor ich einen Platz. Der Zieleinlauf, um den ich mich ja gerissen hatte, eine mehrere 100 m lange, ganz gemeine Steigung. Eine Schar Kinder begleitete mich die letzten 300 oder 400 m, was mir sehr hilfreich erschien. Meine Mannschaft war noch nicht im Ziel, aber ich wurde im Lautsprecher angesagt und von einer riesigen Menschenmenge empfangen.

 

5. Tag: 1/2-Marathon, kein Wechsel, Massenstart.

Nicht nur die StaffelläuferInnen und EinzelläufreInnen (Ultras), sondern auch sonstige 1/2-Marathonis waren gekommen, so auch einige Laufbegeisterte vom HSV-Wr.Neustadt und natürlich sehr viele BudapesterInnen und Ungarn aus anderen Landesteilen, ist doch der Einlauf am Budapester Heldenplatz am Nationalfeiertag etwas Besonderes. Gleich zu Beginn Steigungen, Steigungen, Steigungen. So gab es auch kaum Gedränge auf der anfangs schmalen Straße. Dann endlos lange Gefälle hinunter zur Donau, über die berühmte Kettenbrücke mit ihrem fantastischen Panorama. Jetzt donauaufwärts, glücklicherweise nur schwacher Gegenwind, rechts durch den Stadtteil Ujvaros und von der Seite her über den Heldenplatz ins Ziel. Meine Zeit war 1:36:13, somit war ich 2.-schnellster meiner Mannschaft, die ich noch kurz vorstellen möchte. Marius Krischan, 47 Jahre, aus Tata (unser Schnellster, er lief den 1/2-M. in 1:32: und ein paar Zerquetschte); Robert Koch, 57, aus Tarjan; Janosch Schiga, 67, aus Tatabanya; Imre Gömschik, 70!, aus Baja, und mich kennt Ihr ja. Unsere Gesamtlaufzeit war etwas über 34 Stunden.

 

Unser Sponsor und Namengeber war der in Ungarn renommierte Teigwarenhersteller GYERMELYI RT. (sprich DJÄRMÄJI), dessen Produkte, z.B. Spaghetti, ich gelegentlich eines Ungarnbesuches einzukaufen pflege.

 

Die Monstersiegerehrung und Preisübergabe mit ihren zahlreichen Kategorien und Klassen (Altersklassen, Militärwertung, eigene Wertungen für Feuerwehren, Zoll- bzw. Steuerbehörden, Pflicht-, Mittel-, und Hochschulen), Show-einlagen, Ehrung für die Bürgermeister der freundlichsten Gemeinden und für die hübscheste Läuferin, und wegen der Gleichberechtigung auch für den feschesten Läufer, wurde zügig in knapp 2 Stunden abgewickelt.

 

126 Staffeln erreichten das Ziel. Davon 3 österreich. Heeresstaffeln. 15 Staffeln waren weiblich. Außerdem 12 EinzelläuferInnen plus ebensoviele, die nicht die ganze Strecke vollendeten. Insgesamt waren 10 Nationen vertreten. Die 14. Auflage des Szupermarathons W - Bp ist am 19. Okt. 2003.

 

Weitere Infos und Ergebnisse im Internet unter www.szupermarathon.hu (auch in deutschsprachiger Fassung)