Laufbericht Halbmarathon Wachau am 15.9.2002 von Dagmar Datler

 

Alles begann im Frühling, als ich ganz stolz von meinen Erlebnissen beim Fernwärmelauf in Wien erzählte. Es war ganz locker gelaufen und Gabi (Resch) meinte zum Schluss: „Na ganz klar, Dagmar, im Herbst lauf´ ma´ den Halbmarathon“. Noch ganz unter dem Eindruck des soeben bestandenen Lauf sagte ich leichten Herzens: „Na klar, das mach´ ma´“.

 

Nun, die Zeit verging, und der Herbst rückte immer näher. Den ganzen Sommer über sind wir zwar brav gelaufen, doch das war ja alles „noch so weit weg“. Als wir Ende August vom Urlaub zurückkehrten (14 Tage Laufpause!!) entdeckte ich mit Schrecken, dass der 15. September in bedrohliche Nähe gerückt war. Nun galt es das Beste aus der Situation zu machen und mit Volldampf „in Form“ zu kommen. Ein langer Lauf 1 Woche vor dem Halbmarathon beruhigte mich ein wenig, denn wenn ich 18 km in 2h 7 laufen konnte, würde ich die 21 km doch auch schaffen.

 

Und dann war er da, der große Tag. In der Woche davor war es noch etwas turbulent, weil Gabi – meine Mitstreiterin – krank war, und auch unser Marathon-Team reduzierte sich fast jeden Tag.

Als wir dann in Spitz am Start standen und den Regenguss über uns ergehen ließen, fragten wir uns noch, warum man sich das antut, doch als die Masse in Bewegung kam, gab es auch für uns kein Zurück mehr. Wir schlugen ein lockeres Tempo an und Gabi blieb an meiner Seite – durch die Krankheit wollte sie sich nicht überanstrengen und so passten wir gut zusammen. Bis km 13 war es total locker, sogar zeitweises Plaudern war drin. Als ich bei km 10 auf die Uhr blickte (1h 08) war ich total überrascht. Bei der Brücke von Mautern löste sich dann Gabi etwas von mir, weil ich bei den Verpflegungsstationen einfach mehr Zeit brauchte und ich nicht unnütz Kraft zum Aufholen vergeuden wollte. Doch sie blieb immer in meinem Blickfeld und „zog“ mich förmlich weiter. Direkt bei der Kremser Altstadt hatte ich sie dann doch wieder eingeholt und lief direkt hinter ihr, doch das Stöckelpflaster und die Müdigkeit forderten hier ihren Tribut und sie vergrößerte den Abstand wieder. Die lange Gerade zum Stadion war schier unendlich und erst bei der letzten Kurve mobilisierte ich all meine restlichen Kräfte und setzte zum Zielsprint an. Es gelang mir, Gabi noch auf 5 Sekunden einzuholen. Überglücklich und ziemlich k.o. wankten wir zur Verpflegung und schließlich zu unserem Kleiderbus.

Die Zeit von 2,14,38 war für mich absolut überraschend und ohne meinen „Hasen“ hätte ich es wahrscheinlich nicht so gut geschafft. Die Strecke hat mir schon einiges abverlangt, aber es ist mir doch wieder gelungen, den Lauf recht gut einzuteilen und gleichmäßig durchzulaufen.

 

Alles in allem war es ein schönes Erlebnis, und ich habe wieder einmal über mich selbst gesiegt.

 

Liebe Grüße an alle und Gratulation allen Mitläufern.

 

Dagmar