Graz Marathon 06-10-2002

von Thomas Zekendorf

 

Irgendwie war da am Samstag der Wurm drin, mein Laufkollege erkrankt, unser Zimmer

(trotz Reservierung im JULI!!! und Faxbestätigung) doppelt vergeben.
Die Dame an der Rezeption auch nur aushilfsweise anwesend, konnte uns nicht weiter helfen und vertröstete uns auf 18:00 Uhr, denn dann sollten die Besitzer wieder zurück sein.

Also begaben wir uns Richtung Gigasport, meine Startunterlagen abzuholen.
Zuerst in den 3.Stock (hier gab es die Startnummer), dann in den 1.Stock (hier das T-Shirt),
und schon konnten wir, dank einer extrem kurzen Wartezeit eine kurze Stadtbesichtigung genießen.


Um 18:00 begann die Kaiserschmarrenparty. Die Menschenschlange stand uns schon bis auf die Straße entgegen. Wir stellten uns trotzdem an und siehe da wir hatten nach 10 Minuten unser Essen am Tisch stehen, vom Trinken konnte man das leider nicht behaupten. 1 Mann und eine Frau versuchten verwegen gegen die Menschenflut anzukämpfen, hatten aber keinerlei Chancen, da sie jedes Getränk (es gab Bier oder Isoradler) einzeln einschenken mussten.
Da sich die Hotelbesitzer nicht wie versprochen telefonisch gemeldet hatten, machten wir uns auf den Rückmarsch. Im Hotel angekommen, löste sich unser Schlafproblem in Luft auf.

Glück gehabt.

Um 21:00 Uhr ging es ins Bett, und um 6:00 gut ausgeschlafen wieder raus. Genüsslich

2 Marmeladensemmeln mit Tee gefrühstückt, die Brustwarzen und den Brustgurt verklebt,

die Achseln mit Vaselin eingeschmiert, Startnummer und den Chip in aller Ruhe im Zimmer montiert ging es Richtung Eggenberger Schloss.

Hier fiel um 9:30 bei bewölktem Himmel und 8°C der Startschuss. Da es keine Startblöcke gab stellte ich mich, (meine Wunschendzeit betrug 3Std. 10Min.) im vorderen Drittel auf.
Ich hatte mir für den Anfang 4:23/Km vorgenommen. Also lief ich locker los, und siehe da, was zeigte die Uhr nach dem ersten Km an, 4:02. Viel zu schnell dachte ich mir, und drosselte mein Tempo. Nach 3km hatte ich dann mein Renntempo gefunden, und nahm an der ersten Verpflegungsstelle Wasser zu mir. Im Zickzack ging es durch die Altstadt von Graz weiter, Richtung Mur abwärts. Bis zur Puntigamerbrücke waren es 10km, und es ging immer leicht bergab. Einen Km zuvor gab es wieder ein paar Schluck Wasser.

Die Puchstraße leicht bergan, durch eine Baustelle (ein Kreisverkehr war noch nicht fertig gestellt) ging es wieder Richtung Hauptbrücke. Bei Km 14 versorgte mich meine Frau mit einem
kohlehydrathältigen Getränk, und weiter lief ich Richtung Grabenstraße, immer noch leicht bergauf.

Bei Km 20 gab es die 4. Labestation, und danach eine 200m lange Steigung in den Grazer Stadtpark hinauf. Ich hatte nun die erste Hälfte des Marathons ohne größere Probleme hinter mich gebracht, und war mit der Zeit von 1:31,44 unter meinen angepeilten Schnitt geblieben. Nun durch ein Tor, welches, wenn man es durchlief einen tosenden Applaus von sich gab,
endlich wieder bergab, an der Oper vorbei, zum Hauptplatz wo man die erste Runde
beendete. Nun begannen die letzten 19km und ich konnte noch immer meine 4:23 ohne
größeres Problem halten. Also wieder Zickzack durch die Altstadt usw........., ca. bei km 23 reichte mir Andrea, meine Gattin, wie ausgemacht ein weiteres Getränk. Ab Km 30 konnte ich immer mehr Konkurrenten überholen.
Höhe Radetzkybrücke versorgte mich Andrea ein letztes Mal mit einem Getränk,
und an dieser Stelle ging es mir so gut das ich das Tempo sogar noch ein wenig
anzog. Bei Km 37 sollte sich dieses rächen, doch jetzt hatte ich doch nur noch lächerliche 5 km zu laufen. Doch eben diese wollten einfach nicht vergehen, und dann noch einmal diese 200m lange verfluchte Steigung, die mir den Rest gab.

Die letzten 2km ging es zur Belohnung nur noch bergab, und so durchlief ich überglücklich in der Endzeit von 3:04,36 das Ziel. (2te HM Zeit 1:32,51).

Die Versorgung im Ziel war großartig. Es gab super Weckerln, Orangen, Bananen, RedBull und
Isoradler, sogar Powerbar-Gel und Riegel (welch Luxus!) stellten die Veranstalter zur Verfügung. Eine Massage nahm ich nicht in Anspruch, da mir die Wartezeit zu lang erschien.
So, gut gestärkt machte ich mich auf die Suche nach meiner Frau, und fand sie
auch bald.
Nach dem Duschen, machten wir uns auf den Weg nach Wien, wo ich fast
nicht mehr aus den Wagen gekommen wäre, so stark hatte mich der Muskelkater
erwischt.
Zu Hause angekommen, wollte ich meine Km Zeiten auswerten. Was mußte ich da zu meinen Schrecken feststellen, alles gelöscht. Ich war mit meiner Uhr zu nah an diesem verdammten Brustgurt gekommen, und sie hatte von selbst zu laufen begonnen. Naja dann gibt’s halt keine Auswertung, ändert an der Zeit eh nichts.
Alles in allem eine traumhafte Strecke, bei idealem Wetter und einer ausgezeichneten Organisation. Einfach zum weiter empfehlen. Graz wird mich sicher wieder sehen.

Thomas Zekendorf

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