Fernwärmelauf 2002 – Ein wahres Erlebnis von Dagmar Datler

 

Bereits zu Beginn des Jahres hatte ich beschlossen, den diesjährigen Fernwärmelauf in Wien zu wagen. Als relativer Anfänger (laufe erst seit April 2001) schien mir dieses Vorhaben zunächst unbezwingbar, doch mithilfe unseres wöchentlichen Trainings am Donnerstag und einigen langen (für mich) Läufen am Wochenende wurde ich immer zuversichtlicher.

Besonders freute ich mich über die Bereitschaft meiner Kinder (13 und 11 Jahre), mit mir diesen Lauf zu wagen. Also wurde den ganzen Frühling ordentlich trainiert und so standen wir am 25. Mai 2002 mit ein wenig weichen Knien aber voller Zuversicht am Start.

 

Nach der ersten Drängelei über die Reichsbrücke wurde es eigentlich recht schnell locker und wir konnten unseren Rhythmus finden. Die Zeit verlief wie im Fluge und schon bald erreichten wir den Ring und die Wienzeile, liefen am Theater an der Wien und dem Naschmarkt vorbei Richtung Schönbrunn. Bereits hier machte sich unsere Taktik bezahlt: Wir waren ganz am Ende unseres Blockes gestartet, hatten noch genug Energie und begannen ab der Wienzeile beständig Läufer zu überholen.

 

Auf der Mariahilfer Straße freuten wir uns über die steigende Anzahl an Zusehern, die uns jetzt schon merklich anfeuerten, und ab der Stiftgasse gab es für uns kein Halten mehr: die Kilometerangaben zeigten uns, dass es nur noch 2 km bis zum Ziel waren und wir setzten alle noch verfügbaren Energien in uns frei und „flogen nur so dem Ziel entgegen“. Läufer um Läufer blieb hinter uns und als wir dann nach dem letzten Anstieg zwischen Parlament und Rathaus schon etwas außer Puste ins Ziel einbogen, war die Gänsehaut nicht mehr aufzuhalten. Hand in Hand überquerten wir mit einer Zeit von 1:46:41 die Ziellinie und fielen uns danach überglücklich in die Arme. Vergessen waren die vielen Stunden, die uns Wolfgang quer durch den Wienerwald geschliffen hatte (wir danken ihm an dieser Stelle auch dafür), vergessen die Atemlosigkeit und Müdigkeit danach.

 

Für uns alle drei war es ein wundervolles Erlebnis und es war sicherlich nicht unser letzter Lauf.

 

Dagmar Datler