20. ATHENS CLASSIC MARARHON 2002 Nov. 03

 

Laufbericht von Erhard Baurek

 

Marathon auf der Originalstrecke

Das heißt größtenteils auf der Strecke des legendären Marathonläufers 490 vor Christus, sowie des ersten Olympischen Marathons der Neuzeit im Jahre 1896. Nach ca. 5 km war diesmal eine zusätzliche Schleife eingebaut, um auf die Distanz von 42,195 km zu kommen, denn die Originalstrecke war ja nicht ganz 40 km lang, wie ja allgemein bekannt sein dürfte.

Beim Einlaufen in diese Schleife hatte ich Gelegenheit den bereits wieder herauslaufenden

schwarzen Spitzenläufern zu begegnen. Dann läuft man am Grabhügel der in der Schlacht gefallenen Athener vorbei. Landschaftlich ist der Kurs weiter nicht interessant, das Publikum freundlich, aber spärlich. Gedränge gab es keines, waren doch nur etwa 1800 LäuferInnen in 3 Blöcken am Start. Der gleichzeitig ausgeschriebene 10.000 m-Lauf wurde schon um 9 Uhr bei der 32 km-Marke abgelassen. Es gab auch keine begleitenden Radfahrer.

Bei km10 gab es die erste Chipkontrolle und Zeitnehmung und dann kam auch schon bald eine längere Steigung. Im Streckenprofil, das den Laufunterlagen beigegeben war, stimmte nur der Höhenunterschied, die Länge und somit die Steilheit der Steigungen war unrichtig. Aber man war wenigstens auf hügelige Laufbahn eingestellt. Es war sonnig und warm, über 20 ° C, zeitweise leichter, angenehm kühlender Wind, wenn auch von vorne.

Zweite Zeitkontrolle bei der ½-Marathonmarke und wieder Steigungen bis km 32, der höchste Punkt. war erreicht, 3. Zeitnehmung. Alle zweieinhalb km gab es Wasser in Flaschen, alle fünf km auch ein isotonisches Getränk. Obwohl ich schon vier- oder fünfmal getrunken hatte, ging es bei mir schon etwas mühsam voran. Bei km 36 fühlte ich mich schlapp und gar nicht gut. Vielleicht machte mir nun auch die schlechte Luft zu schaffen, denn in Athen ist auch sonntags viel Verkehr. In Laufrichtung waren alle Fahrstreifen gesperrt, auf der Gegenfahrbahn wurde der Verkehr angehalten, aber niemand stellte den Motor ab. Und auf den Staßenbaustellen wird wegen der Olympischen Spiele 2004 auch am Sonntag gearbeitet und mit schwerem Gerät gefahren.

Von jetzt an ging es oft leicht bergab. Bei km 38 hatte ich mich wieder ganz gut erfangen. Die letzten Kilometer zogen sich aber dennoch ziemlich. Endlich hatte ich das Hilton passiert, noch gute anderthalb Kilometer, dann musste man am Stadium vorbeilaufen und in einer kurzen Schleife zurück und schließlich und endlich lief ich, in plötzlich in mir aufsteigendem Hochgefühl, in das herrliche, marmorne Olympiastadion von 1896 ein.

Sofort bekam ich die Erinnerungsmedaille und eine Urkunde, in die Name und Zeit selbst einzutragen war.

Meine (Brutto.)Laufzeit betrug 3: 26:36, ich überquerte als 305. von 1777 Finishern die Ziellinie und wurde in der M60 Dritter von 51 und hatte den Marathon völlig unbeschadet vollendet.

Die Organisation war besser als erwartet. Bloß die Pastaparty verspätete sich wegen vorangegangener Ansprachen und Ehrungen dermaßen, dass ich woanders in Ruhe mit meiner Frau Spaghetti zu mir nahm.

 Ergebnisse unter www.athensclassicmarathon.gr